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    Fußball-Goldfische

    Ausgewilderte „Fußball-Goldfische“ zerstören das Ökosystem – australische Forscher

    © Foto : Murdoch University
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    In der Natur ausgesetzte Goldfische werden besonders groß und entwickeln sich zu einem Gewässer-Schädling, wie eine Studie des Zentrums für Fischerei und Fischwirtschaft der Murdoch University in Australien ergab.

    Der dort tätige Wissenschaftler Dr. Stephen Beatty berichtet per Pressemitteilung, dass er und sein Team bereits seit 12 Jahren etwas gegen die Goldfische in den Gewässern im Westen Australiens unternehmen würden. Die  Aquariumsfische verwandelten sich in freier Natur in echte Schädlinge, die das Ökosystem zerstören. Die eigentlichen „Haus-Fische“ wachsen in der Wildnis bis auf Fußballgröße heran, wie Fotos beweisen.

    In den letzten 15 Jahren sei die Goldfisch-Population allein in dem australischen Vasse-Fluss katastrophal angewachsen, heißt es in der Studie. „Ein Großteil dieser Fische wurden von Menschen in den Gewässern ausgesetzt. Sie waren unerwünscht. Sie können viel Schaden anrichten“, sagt der Forscher Beatty.

    Besonders schädlich seien die Goldfische wegen ihrer Ernährungsgewohnheiten. In der freien Natur seien sie Allesfresser. Ausgesetzt in Gewässern verschlechterten sie die Wasserqualität, da sie selbst Wasserflöhe fressen würden, die stetig das Wasser filtern. Das Wasser werde trübe, da sie Pflanzen mit der Wurzel ausreißen. Auch die Eier anderer Fische sollen sie fressen. Sie könnten außerdem Krankheiten einschleusen und andere Wasserbewohner aus ihrem gewohnten Milieu verdrängen.

    Fußball-Goldfische
    © Foto : Rebecca Baldwin / Alberta Environment and Parks
    Fußball-Goldfische

    Den Forschern zufolge lässt diese unkontrollierte Ernährung die Goldfische stark wachsen. Manche gefangenen Exemplare sollen bis zu zwei Kilogramm wiegen.

    In einem Fluss können Goldfische bis zu 200 Kilometer im Jahr zurücklegen, zur Vermehrung bevorzugen sie Sumpfgebiete. „Das hat uns geholfen, in Erfahrung zu bringen, wie man sie kontrollieren kann. In die Sümpfe kann man nur durch einen schmalen Zufluss gelangen. Deshalb denke ich, dass wir eine Art Falle einrichten können, um sie alle zu fangen, wenn sie sich zum Laichen begeben“, so der Forscher.

    Die eigentlich als Haustiere zu haltenden Fische müssten nun aus der Natur entfernt werden, ohne dabei den natürlich dort lebenden Wasserbewohnern zu schaden.

    Goldfisch in Iran
    Goldfisch in Iran

    Abschließend gibt Beatty den Goldfischhaltern Tipps und rät zu Alternativen: „Wenn Sie Ihre Goldfische nicht behalten können oder wollen, dann sollten Sie sie lieber in die Zoohandlung zurückbringen. Wenn Sie sie töten wollen, dann legen Sie sie in den Kühlschrank – das ist die humanste Methode. Aber setzen sie ihren Zögling nicht in der freien Natur aus. Wie niedlich er im Aquarium auch wirken mag, in der freien Natur kann er riesigen Schaden anrichten“.

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