02:06 01 April 2020
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    Ein Gericht im US-Bundesstaat Texas hat die umstrittene Hinrichtung des 43-jährigen Jeffery Wood vorläufig gestoppt, berichtet die Zeitung „The Independent“. Der Amerikaner sollte am 24. August per Giftspritze hingerichtet werden.

    Das Berufungsgericht in Austin hat nach dem Einspruch von Woods Anwälten einen Aufschub der Hinrichtung gefordert und diese somit vorläufig verhindert. Das Todesurteil basiere demnach auf falschen Aussagen und wissenschaftlich nicht korrekter Beweisführung.

    Damit wird auf die damalige Aussage des forensischen Psychologen, James Grigson, angespielt. Grigson soll häufig gegen Häftlinge ausgesagt haben, ohne diese zuvor tatsächlich zu untersuchen, was ihm sogar den Namen „Dr. Tod“ verschaffte. Er soll auch Wood nicht persönlich untersucht und trotzdem für seinen Tod plädiert haben. Zuvor war Grigson von seinem Berufsverband, der US-amerikanischen Gemeinschaft für psychiatrische Ärzte, aufgrund seiner Methoden ausgeschlossen worden. Die Geschworenen sollen bei Woods Prozess nichts davon gewusst haben.

    Wood war 1996, damals 22 Jahre alt, mit seinem ehemaligen Mitbewohner und Komplizen Daniel Reneau zu einer Tankstelle in der texanischen Stadt Kerrville gefahren, die sein Bekannter ausrauben wollte. Dass Reneau eine Waffe hatte, wusste Wood seiner Anwältin Kate Black zufolge nicht.

    Wood soll im Auto gewartet haben, während sein Freund in die Tankstelle ging. Nachdem er einen Schuss hörte, ging jedoch auch er hinein. Dann soll er den toten Mitarbeiter gesehen und von Reneau mit vorgehaltener Waffe gezwungen worden sein, das Material der Überwachungskameras zu stehlen und daraufhin den Fluchtwagen zu fahren. Am nächsten Tag wurden beide verhaftet und anschließend zum Tode verurteilt. Reneau ist bereits 2002 hingerichtet worden.

    Der Gesetzeslage in Texas nach kann auch gegen Komplizen von Tätern die Todesstrafe verhängt werden – unabhängig vom Grad der Beteiligung oder deren Absichten. Seit 1976 sollen in Texas fünf Menschen auf diese Weise zum Tode verurteilt worden sein. Die „New York Times“ nannte dies am Donnerstag eine „groteske Illustration der vollkommenen Willkür der Todesstrafe“.

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    Tags:
    Todesstrafe, Texas, USA