Widgets Magazine
03:32 24 Oktober 2019
SNA Radio
    Ukrainische Kampfpanzer

    „Für Deeskalation“: Ukrainischer Botschafter bittet Deutschland um Waffen

    © AP Photo / Irina Gorbaseva
    Panorama
    Zum Kurzlink
    Waffenlieferungen an Ukraine (115)
    116837
    Abonnieren

    Der ukrainische Botschafter Andrej Melnik hat Berlin um Waffen gebeten. Eine Journalistin des Senders hat zu diesem Thema deutlich ihre Meinung geäußert.

    „Um was wir bitten, sind wirklich nur Defensivwaffen; wenn wir zum Beispiel Artillerieortungssysteme besitzen würden, würde das Risiko einer weiteren Eskalation verringert werden“, sagte Melnyk am Dienstag im Deutschlandfunk in Bezug auf die Geschehnisse auf der Krim und an der Trennlinie im Donbass.

    Die DLF-Korrespondentin Sabine Adler ließ in einem Kommentar zu dem Interview verlauten: „Wenn die Ukraine etwas im Überfluss hat, dann Waffen.“ In diesem Zusammenhang sei es nicht verständlich, wieso die Ukraine um neue Kriegsgeräte bitte.

    Dabei wundert sich die Journalistin, dass die Ukraine, die seit Jahrzehnten Rüstung hergestellt habe und einer der größten Waffenexporteure gewesen sei, sich nicht selbst die nötigen Systeme baut.

    Kiew agiert Adler zufolge in vielen Bereichen widersprüchlich. Als Beispiel dafür führt die Journalistin den Korruptionskampf an, der selbst auf der Ebene des Präsidentenamtes „bestenfalls halbherzig“ durchgeführt werde. Präsident Petro Poroschenko habe allerdings versprochen, sich von seinen millionenschweren Geschäften zu trennen, und sein Wort nicht gehalten, betont Adler.

    „Die Ukraine tut noch lange nicht, was sie selbst kann, sie muss sich mehr anstrengen. Da ist noch viel Luft nach oben“, so die Journalistin abschließend.

    Russland hatte mehrmals vor Waffenlieferungen an die Ukraine gewarnt und diese als Schritt zur weiteren Eskalierung der Krise im Donbass bewertet. Diese Meinung teilt auch die Mehrheit der europäischen Politiker.

    So hält der deutsche Außenminister Frank Walter Steinmeier Waffenlieferungen an Kiew für eine riskante und kontraproduktive Lösung des Konflikts. Der Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Petr Pavel, sieht keine Notwendigkeit für diese Maßnahme. Das würde nur „das Leiden der Menschen erhöhen“, meint er.

    Zuvor war berichtet worden, dass Präsident Petro Poroschenko am Dienstag beim Besuch einer Luftwaffenbasis im ostukrainischen gebiet Charkiw der Armee 141 verschiedene Militärgeräte – darunter Dutzende Panzer, Militärfahrzeuge, Mehrfachraketenwerfer, Jets und Helikopter – übergeben hat. Im Rahmen der militär-technischen Kooperation seien von „westlichen Partnern“ außerdem mehr als 700 Militär- und Spezialgeräte (Radare, Drohnen, Wärmebildkameras und Funkgeräte) an die Ukraine übergeben worden, teilte der ukrainische Staatschef mit. Nach Übungen werden die ukrainische Truppen zusammen mit der neuen Technik an die Trennlinie im Donbass vorrücken.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Waffenlieferungen an Ukraine (115)

    Zum Thema:

    So gelangen Waffen aus der Ukraine nach Westeuropa - VIDEO
    Wenn USA die Krim an Ukraine überführen? Dann riskieren sie Dritten Weltkrieg – Trump
    Offener Himmel: USA und Ukraine inspizieren Luftraum über Russland
    Kerry in der Ukraine: moralische Unterstützung – ja, letale Waffen – nein
    Tags:
    Waffenlieferungen, Waffen, Deutschlandfunk, Petro Poroschenko, Ukraine