14:03 24 November 2020
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    Als die australische Designerin Aheda Zanetti 2004 den Burkini entwickelt hat, wollte sie den Frauen damit Freiheit geben, wie Zanetti selbst in einem Gastbeitrag für die britische Zeitung „The Guardian“ schreibt. Nun sehe sie kaum noch einen Unterschied zwischen den Taliban und französischen Politikern.

    Die Idee, einen Badeanzug für muslimische Mädchen und Frauen zu entwickeln, entstand 2004, als Zanettis Nichte erst nach langen Streiterin mit dem Sportverein Netzball spielen durfte. Da es in einem Hidschab zu heiß und umständlich war, hat die Tante sich etwas Besonderes überlegt – was sportlich genug und gleichzeitig sittsam war.

    „Als ich noch klein war, hat mir der Sport gefehlt. Wir haben an nichts teilgenommen, da wir sittsam bleiben wollten. Für meine Nichte wollte ich nun etwas finden, was der Lebensweise in Australien und der westlichen Bekleidungsmode, gleichzeitig aber auch den Bedürfnissen eines muslimischen Mädchens entspricht“, schreibt Zanetti.

    Nach den Anschlägen vom 11. September in den USA, den gewalttätigen Krawallen in Cronulla bei Sydney, dem Burka-Verbot in Frankreich und all den schmutzigen Gegenreaktionen in der Welt, die uns als Bösewichter brandmarken wegen der wenigen Verbrecher, die gar nicht für die Muslime sprechen dürften, wolle Zanetti auf keinen Fall, dass die Frauen mit Burkinis verurteilt würden. Der Anzug sei der Integration, Anerkennung und Gleichberechtigung zuliebe geschaffen worden – nicht, um jemanden zu verteufeln.

    Als Zanetti den Anzug entwickelt hatte, musste sie ihm schnell einen Namen geben. Sie habe es gar nicht beabsichtigt, eine Burka für den Strand zu schaffen. Die Burka sei nur eben noch ein „freies“ Wort gewesen, dass nichts symbolisiert. Auch in dem Koran werde die Burka nicht erwähnt.

    Was aktuell in Frankreich passiert, macht die Designerin sehr traurig. Sie hofft darauf, dass es nichts mit Rassismus zu tun hat, dass man dort einfach den Zweck eines Kleidungsstückes nicht verstanden hat, der doch eigentlich sehr positiv ist. Der Burkini stehe, so die Designerin, für Freizeit, Glück, Spaß, Sport und Gesundheit.

    „Sie verlangen nun von den Frauen, dass diese den Strand verlassen und sich zurück in ihre Küchen begeben? Es hat den Frauen Freiheit gegeben, und sie wollen ihnen diese Freiheit wieder nehmen? Wer ist denn dann besser, die Taliban oder die französischen Politiker? “, schlussfolgert die Burkini-Designerin.

    Zanetti persönlich trägt unter ihrem Burkini auch einen Bikini: „Ich habe das Beste aus beiden Welten!“

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    Tags:
    Gesundheit, Sport, Freiheit, Frauen, Burkini, Australien, Frankreich