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16:11 22 September 2019
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    Aus Deutschland nichts Neues: Stabile Anti-Berichte zu Russland

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    Die jüngste Sputnik-Studie zur westlichen Berichterstattung über Russland bestätigt eine anhaltende „Tradition“: Die deutschen Medien sind wieder einmal an der Spitze unter den Russland-Bashern. Unter den Siegern – Bild, FAZ und Deutschlandradio.

    Diesmal wurden Artikel zwischen dem 15. und 21. August unter die Lupe genommen. Und auch wenn andere europäische Länder wie Frankreich, Polen, Tschechien oder die Ukraine negative Berichte über Russland veröffentlichten und somit auch in der Top10 landeten, hebt sich Deutschland klar in dieser Gruppe hervor.

    Berichterstattung über Russland nach Ländern
    © Sputnik /
    Berichterstattung über Russland nach Ländern

    Alle drei Spitzenplätze gehören deutschen Medien: Ganz vorne dabei sind Bild, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und Deutschlandradio (DLR), wie auf der Infografik zu sehen ist.

    Berichterstattung über Russland nach Medien
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    Berichterstattung über Russland nach Medien

    „Goldmedaillenträger“ Bild prahlt mit „Putins Bomben“ und kann einfach „nicht verstehen“, warum Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa in die Athleten-Kommission des IOC gewählt wurde. Aus irgendeinem Grund bringt das Blatt den Dopingskandal Russlands hier in Verbindung, obwohl die Sportlerin nachweislich nicht gedopt hatte.

    „Diese Studie ist ein Schock und eine schallende Ohrfeige für all jene, die weiterhin behaupten, die russische Intervention in Syrien würde zu einer Verbesserung der Lage beitragen“, so Bild in einem Artikel vom 20. August.

    In diesem Bericht wird die Studie einer „oppositionsnahen Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Sitz in Großbritannien“ vorgestellt, die den Namen „Syrisches Netzwerk für Menschenrechte“ trägt. Über diese Organisation hatte Russlands Armeesprecher Igor Konaschenkow noch im Januar gesagt, dass sie „falsche Informationen über das Vorgehen der russischen Fliegerkräfte verbreitet“.

    „Erste manipulierte Informationen über angebliche Opfer wegen der russischen Angriffe tauchten in sozialen Netzwerken und einzelnen westlichen Medien bereits vor Beginn unserer Operation in der Syrischen Arabischen Republik auf. Die meisten Manipulationen werden von sogenannten syrischen Menschenrechtlern verbreitet“, sagte er damals.

    Laut Konaschenkow steht hinter dieser NGO eine einzige Person — Osama Ali Suleiman, der 2000 nach drei Haftstrafen in Syrien nach Großbritannien kam und das Pseudonym Rami Abdelrahman annahm. So viel zu zuverlässigen Quellen also.

    Apropos Syrien, Der Tagesspiegel geht da noch weiter und vergleicht gar den russischen Anti-Terror-Einsatz mit Hitlers Blockade von Leningrad.

    „Was die russische Luftwaffe, was russische Lenkwaffen, von Zerstörern im Mittelmeer aus abgefeuert, in Aleppo und Umgebung anrichten, ist nichts anderes als das, was die deutsche Armee in Leningrad angerichtet hat“, so ein Artikel vom 21. August.

    Aber zurück nach Rio. Laut der Welt ist Synchronschwimmen „der perfekte Sport für jede Diktatur“ – mit Diktatur ist natürlich Russland gemeint. Ein gutes Ergebnis in dieser Sportart soll wohl ein Beweis für antidemokratische Verhältnisse im Land sein.

    Laut einem DLR-Artikel verkörpere „die neu zusammengesetzte IOC-Athletenkommission mit der höchst umstrittenen Russin Yelena Issinbajewa einen ‚Ostruck‘“. Außerdem zeige der Fall Issinbajewa, wie bestimmte Athleten „gezielt in den Ringe-Clan reingeholt werden“. Klingt da nicht fast schon ein bisschen Verschwörungstheorie an?

    Der FAZ zufolge hat Moskau gar „mangels ausreichender Athletenqualität seine sportliche Erfolgsbilanz mit einem von ganz oben gesteuerten Doping-System aufpolieren müssen“. Und nun, wenn Issinbajewa ins IOC gewählt worden ist, helfe nichts mehr, wie aus einer Meldung vom 20. August hervorgeht, was das auch immer heißen soll.

    Und nun zur Ukraine, die anscheinend wieder zu einem wichtigen Thema für deutsche Medien geworden ist. „Kreml-Autokrat. Putin sammelt seine Leute zum Schlag gegen die Ukraine“ – so lautet z.B. eine Schlagzeile des Handelsblatts vom 15. August.

    Und immer wieder schreiben die Nachrichtenseiten von einer „illegalen Annexion der Krim“, also der Halbinsel, dessen Volk vor mehr als zwei Jahren per Referendum entschied, Russland beizutreten.

    „Die illegale und illegitime Annexion der Krim durch Russland und seine Unterstützung der Separatisten im Osten der Ukraine haben die europäische Sicherheitsordnung erschüttert“, schreibt ein Ex-Botschafter der Vereinigten Staaten in Moskau und ehemaliger stellvertretender Generalsekretär der Nato für die Frankfurter Allgemeine. Solche Worte von einem Ex-Nato-Stellvertreter zu hören ist allerdings wenig überraschend.

    Der Spiegel behauptete in einem Beitrag vom 15. August, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland so schlecht wie lange nicht sind. Dies liege vor allem an der Ukrainepolitik von Wladimir Putin.

    Ein weiteres Lieblingsthema für deutsche Medien ist der Vergleich des heutigen Russlands mit der UdSSR. Der Tagesspiegel war da keine Ausnahme und benannte einen Artikel über bevorstehende Parlamentswahlen in Russland mit den Worten „Zurück in die Sowjetunion“. So wollte die Nachrichtenseite vielleicht ihre Kenntnisse in der russischen Innenpolitik zeigen.

    Kenntnisse und Fakten – das wäre sehr wünschenswert, doch leider neigen die westlichen Medien, vor allem die großen deutschen Nachrichtenplattformen, dazu, die Geschehnisse, mit denen Russland auf irgendeine Weise zu tun hat, eher negativ als ausgewogen vorzustellen. Fast schon traditionell.

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    Tags:
    Berichterstattung, Medienwelt, Medien, Deutschlandradio, FAZ, Bild-Zeitung, Russland, Deutschland