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22:46 13 Oktober 2019
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    Lighting the Paralympic cauldron during the opening ceremony of the Sochi 2014 Winter Paralympics. (File)

    Ex-Sowjetrepubliken: Ausschluss russischer Paralympiker machen Spiele farblos

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    Gleich mehrere Paralympische Komitees von ehemaligen Sowjetrepubliken haben zu der jüngsten Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), die gesamte russische Mannschaft von der Teilnahme in Rio auszuschließen, Stellung genommen.

    Der Ausschluss der russischen Behindertensportler von den Paralympics in Rio wird die ganze paralympische Bewegung beeinträchtigen, meint der Chef des armenischen Paralympischen Komitees, Akop Abramjan.

    „Dieser Beschluss wird die Spiele und die paralympische Bewegung in der ganzen Welt behindern. Das ist eine falsche Entscheidung. Die Politik hat im Sport nichts zu suchen, was ich oft gesagt habe“, so Abramjan.

    Die aserbaidschanische Bogenschützin Sinet Welijewa, die für ihr Land bei den Paralympics in Rio antreten wird, sagte:

    „Im Gegensatz zu den gesunden Sportlern sind die vierjährige Vorbereitung und der Kampf um die Lizenzen für die Teilnahme an diesem angesehenen Wettbewerb für uns Paralympiker besonders schwierig.“

    Sie bezeichnete die Entscheidung des IPC, das gesamte russische Team von der Teilnahme an den Spielen auszuschließen, als falsch. „Im Bogenschießen hatte ich beispielsweise sehr starke Konkurrentinnen aus Russland“, sagte Welijewa.

    Laut dem Exekutivdirektor des kasachischen Paralympischen Komitees, Jerlan Sulejmenow, kann die Entscheidung über den Komplett-Ausschluss der russischen paralympischen Nationalmannschaft andere Behindertensportler demotivieren, Sport zu treiben.

    „Es gibt zu viele Fragezeichen, und sie führen dazu, dass die Sportler einfach keinen Sport mehr treiben wollen. Sie werden ihrer Nationalmannschaft nicht trauen, weil sie nicht sicher sein können, ob sie bei den Paralympics antreten dürfen. Wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass es in Russland eine große Menge Behinderter gibt, so sind diese Menschen – potenzielle Paralympiker –schon zum jetzigen Zeitpunkt oder für die kommenden Jahre demotiviert, überhaupt Sport zu treiben“, so Sulejmenow.

    Er hob zudem hervor, dass Paralympiker, die sich im Laufe von vier Jahren auf die Spiele vorbereiten und keine Dopingmittel nehmen, ihrer Olympia-Teilnahme sicher sein müssen.

    Dem Präsidenten des kirgisischen Paralympischen Komitees, Bakyt Issakow, zufolge werden die Spiele in Rio ohne russische Paralympiker farblos sein.

    „Das ist eine falsche Entscheidung. Man muss diejenigen bestrafen, die des Dopings überführt wurden, aber nicht ganzes Land. Das kann als Versuch ausgelegt werden, „die ganze paralympische Bewegung Russlands lahmzulegen“, sagte er.

    Issakow hob hervor, dass Russland die Paralympiker so stark unterstützt und fördert wie kein anderes GUS-Mitgliedsland.

    „Ohne Russland werden diese Bewegung und die Spiele farblos. Die russischen Paralympiker sind die stärksten in der Welt, das lässt sich nicht abstreiten. Sie bleiben sowieso ein Vorbild“, sagte er.

    Der Chef des weißrussischen Paralympischen Komitees, Oleg Schepel, verurteilt den Olympia-Ausschluss der russischen Behindertensportler hart.

    „Ich will sagen, dass das der falscheste Schritt in der ganzen Geschichte der paralympischen Bewegung ist. Und dass die Behinderten in den Mittelpunkt der Politik rücken – das ist überhaupt Blasphemie“, sagte er.

    Schepel hob hervor, dass den russischen Paralympikern vorgeschlagen wurde, unter der IPC-Flagge anzutreten. Er bezeichnete das als Wunsch, die „Gesellschaft zu zerrütten“. „Das (Antreten unter der IPC-Flagge) ist unzulässig. Das ist ein rein politischer Punkt: Wenn ihr nicht unter der russischen Flagge antreten dürft, dann werden wir mit euch sprechen (…)“, so Schepel.

    Ihm zufolge ist das alles ein politischer Trick, dessen Ziel es ist, Russland zu spalten.

    „Aber sie verstehen nicht, dass, je härter Russland das trifft, desto einiger sein Volk sein wird“, sagte Schepel.

    Die Entscheidung, die Sportler aus Russland nicht zu den Paralympics zuzulassen, war aufgrund des sogenannten McLaren-Berichts über das angebliche „staatliche Doping-Programm in Russland“ getroffen worden, obwohl die Autoren ihre Theorie mit keinerlei konkreten Beweisen belegten.

    Die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro finden vom 7. bis 18. September statt.

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    Paralympics 2016, IPC, Internationaler Sportgerichtshof CAS, Kirgistan, Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Weißrussland