08:18 23 August 2017
SNA Radio
    Rettungsarbeiten nach dem Erdbeben in Amatrice

    Verheerendes Erdbeben: Warum Italien nicht darauf vorbereitet war

    © REUTERS/ Remo Casilli
    Panorama
    Zum Kurzlink
    0 506116

    Erdbeben lassen sich nicht voraussagen, und Wissenschaftler können bedauerlicherweise Bewegungen der Erdkruste noch nicht vorhersehen, sagte der Hauptforscher des Nationalen Institutes für Geophysik und Vulkanologie (INGV), Andrea Tertulliani, in Bezug auf das jüngste schwere Erdbeben in Italien gegenüber Sputnik Italia.

    Laut dem Forscher ist es jedoch möglich, angemessene, erdbebensichere Bauten zu errichten, die einem Erdstoß standhalten können. Dies sei der einzig mögliche Weg, so Tertulliani.

    Italien, dessen gesamtes Territorium erdbebengefährdet sei, sei in dieser Hinsicht im Rückstand, so der Wissenschaftler. Ihm zufolge gibt es im Land sehr viele Kleinstädte, die in seismisch gefährdeten Gegenden gelegen sind und dabei viele Altbauten haben, die zum Weltkulturerbe gehören. Auch in kleineren, im Gebirge gelegenen Wohnsiedlungen komme es oft zu Erdbeben. Dort sei es jedoch schwierig, die Häuser gegen Erdstöße widerstandsfähig zu machen, so Tertulliani. Auch könnten sich nicht alle Gemeinden und Munizipalitäten solch aufwendige Maßnahmen leisten.

    Laut Tertulliani müssen alle neuen Häuser entsprechend bestimmten Normen gebaut werden, die bedauerlicherweise nicht für Altbauten anwendbar sind. Außerdem sei es unmöglich, die Besitzer alter Häuser zu verpflichten, diese zu festigen. Nach Meinung des Wissenschaftlers ist ein großes Programm zur Aufklärung der Bevölkerung notwendig, damit jeder Hausbesitzer sich der Risiken bewusst ist, denen ein nicht hinreichend befestigtes Haus ausgesetzt ist.

    Zum Thema:

    Amatrice in Italien - nach dem Erdbeben
    Zerstörerisches Erdbeben in Italien: „Der halbe Ort ist weg“ - VIDEO
    Tags:
    Erdbeben, Italien
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren