04:50 21 August 2017
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    Bundestag gibt 69.000 Euro für Stifte aus – „Bild“ bringt Montblanc-Bestellerliste

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    Deutsche Journalisten haben eine Klage gegen Abgeordnete eingereicht, die Füllfederhalter und Stifte der Luxusmarke Montblanc im Gesamtwert von etwa 69.000 Euro bestellt haben, berichten deutsche Medien. Ihr Ziel sei, die Namensliste der Besteller zu bekommen. Die „Bild“-Zeitung hat bereits ihre eigene Liste veröffentlicht.

    Der Ältestenrat des Bundestags lehnt die Bekanntgabe der Namen aber ab, um die Persönlichkeitsrechte der Abgeordneten zu schützen. Während man auf das Urteil wartet, hat die „Bild“-Zeitung die Namenliste nach eigener Recherche bereits veröffentlicht. Darauf stehen die Namen von 90 Parlamentariern.

    Als Top-Montblanc-Besteller von 2009 gilt demnach Ronald Pofalla, der ehemalige Kanzlerminister. Dem Blatt zufolge gab er für seine Bestellung 3307 Euro aus.

    Den zweiten Platz belegt die Arbeits- und Sozialministerin des Landes Brandenburg, Diana Golze, deren Bestellung 2892 Euro betragen haben soll. Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert steht auf der Liste – allerdings mit einem Betrag von 169 Euro.

    2009 war die sogenannte Berliner Montblanc-Affäre bekanntgeworden. Damals hatten 116 Politiker kurz vor Ende der Legislaturperiode insgesamt 396 Füllfederhalter und Stifte der Luxusmarke Montblanc im Gesamtwert von 68.800 Euro bestellt. Es handelte sich dabei auch um Kugelschreiber aus Silber und vergoldete Tintenfässer, die aus Steuergeldern bezahlt worden waren.

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    Affäre, Politiker, Euro, Steuer, Bild-Zeitung, Bundestag, Ronald Pofalla, Norbert Lammert, Deutschland