13:58 24 September 2017
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    Rockfestival „Jamel rockt den Förster

    Rockfestival in Jamel: „Nazis haben Hausverbot“

    Jamel rockt den Förster / forstrock.de
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    Das Dorf Jamel in Mecklenburg-Vorpommern ist bekannt für seine zum Teil rechtsextreme Bevölkerung. Das Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer will das ändern und veranstaltet seit Jahren das Rockkonzert „Jamel rockt den Förster".

    An diesem Wochenende feiert das Rockkonzert Jubiläum: Zum 10. Mal findet „Jamel rockt den Förster" auf dem Grundstück der Lohmeyers statt. Für das Ehepaar, das sonst als Referenten zum Thema Rechtsextremismus durch das Land tourt, ist es das Highlight des Jahres.   

    Den Rechtsextremismus erleben die Lohmeyers hautnah. Weil sie das Konzert organisieren und nicht akzeptieren wollen, dass Neonazis in dem Dorf die Oberhand behalten, werden sie von Teilen der Bevölkerung angefeindet. Im vergangenen Jahr gab es den traurigen Höhepunkt: Kurz vor Beginn des Konzerts zündeten Unbekannte ihre Scheune an. Gerockt wurde trotzdem, „Die Toten Hosen“ traten auf.

    Seitdem hat sich die Arbeit der Lohmeyers verändert. „Es ist leichter geworden, auch namhafte Bands für kleines Geld zu überzeugen, hier zu spielen, seit dem Auftritt der „Die Toten Hosen“, sagt Birgit Lohmeyer im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Matthias Witte. Gleichzeitig sei aber die Zusammenarbeit mit der Heimatgemeinde schwerer geworden, was Absprachen und Genehmigungen angeht. Über die Gründe kann die Festival-Organisatorin nur spekulieren: „Vielleicht sind wir einigen Leuten hier ein Dorn im Auge, weil wir immer größer und erfolgreicher werden. Viel Feind, viel Ehr´, sage ich immer nur.“

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    In diesem Jahr treten mit „Fettes Brot“, Bela B. und „Madsen“ gleich drei deutschlandweit bekannte Gruppen auf. Die Zuschauerzahl ist begrenzt: „Wir haben Platz für ungefähr 1.200 Menschen, das Festival findet ja auf unserem Privatgelände statt. Unsere Wiese ist unsere Wiese, mehr Fassungsvermögen haben wir nicht“, lacht die Schriftstellerin. Gar nicht lustig findet sie, dass kaum Leute aus der Umgebung auf das Konzert gehen. „Viele Leute trauen sich nicht, aufgrund der vielen gewaltbereiten Nazis, die hier wohnen. Da will man sich auch nicht blicken lassen auf unserem Hof, das hieße ja, man würde sich mit uns solidarisieren.“ Die angebrochenen Nazis kommen nicht auf das Gelände der Lohmeyers: „Die haben Hausverbot“.

    Allerdings gibt es eine Gegenveranstaltung im Ort. Laut Birgit Lohmeyer ist es eine traurige Veranstaltung mit Lagerfeuer, Naziliedern und „Heil Hitler“-Rufen in der Nacht: „Die Neonazis geben sich alle Mühe, unseren Besuchern zu demonstrieren, wessen geistig Kind sie sind.“  Das Festival dauert zwei Tage: von Freitagabend bis Sonntagmorgen. Die Security wurde noch einmal verstärkt, auch die Polizei ist während der gesamten Veranstaltung vor Ort.  

     

    Tags:
    Neonazis, Polizei, Festival, Rechtsextremismus, Jubiläum, Rockfestival, Mecklenburg-Vorpommern
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