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04:56 17 Oktober 2019
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    Unruhen in Brasilien

    Brasilien: Tumulte nach Absetzung der Präsidentin Rousseff – VIDEO

    © REUTERS / Ricardo Moraes
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    Die Amtsenthebung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff hat in Sao Paulo, der größten Stadt des Landes, zu Ausschreitungen geführt. Anhänger der Ex-Staatschefin haben Müllsäcke in Brand gesteckt, Polizisten und ihre Fahrzeuge mit Steinen beworfen und eine Bankfiliale zerstört, wie die Medien berichten.

    Gleich nach der Meldung, dass die Senatoren Rousseffs Amtsenthebung unterstützt haben, starteten ihre Anhänger Protestaktionen. Vor allem in der größten brasilianischen Stadt Sao Paulo kam es zu Ausschreitungen. Aktivisten zündeten Müllsäcke an und verbarrikadierten damit Fahrbahnen. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. Daraufhin wurden die Ordnungshüter mit Steinen beworfen. Radikal gestimmte Demonstranten warfen sogar selbstgebastelte Sprengsätze. Es ertönten Sprechchöre  wie „Temer weg!“, womit der nun amtierende Präsident Michel Temer gemeint war.

    Wie Rousseff abgesetzt wurde

    Die Amtsenthebung von Dilma Rousseff hatte vor mehreren Monaten begonnen. Im Mai wurde sie von den Senatoren für 180 Tage vom Amt suspendiert und nun endgültig abgesetzt.

    Für ihre Amtsenthebung Dilma Rousseff stimmten 61 Senatoren, ihre Anhänger waren mit 20 Stimmen deutlich in der Minderheit. 
    Die Pflichten des Präsidenten Brasiliens übernimmt der bisherige Vizepräsident Michel Temer (75) von der Partei der demokratischen Bewegung (PMDB), der das Land bis zur nächsten Wahl Ende 2018 führen wird.

    Die letzte Rede

    Nach der Abstimmung im Senat wandte sich Rousseff an ihre Anhänger. Die Ex-Präsidentin bezeichnete ihre Amtsenthebung als „parlamentarischen Staatsstreich“ und versprach, ihre politische Tätigkeit fortzusetzen. Wie sie sagte, will sie den Kurs „aus ein Brasilien, in dem das Volk regiert“, fortsetzen.

    Mit diesem ihrem letzten Versprechen wird es keine Probleme geben, denn in einer weiteren Abstimmung haben ihr die Senatoren erlaubt, Staatsämter zu bekleiden.

    Ihre Rede beschloss Dilma Rousseff überraschend mit Worten von Wladimir Majakowski aus dem Gedicht „Nun, was soll’s?“, um zu betonen, dass sie sich nicht freuen könne, aber auch nicht traurig sei und ihren Kampf unbedingt fortsetzen werde.

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    Tags:
    Unruhen, Proteste, Polizei, Dilma Rouseff, Brasilien