09:18 07 Juli 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Lucy Phillips ist von etwa zehn Migranten auf dem Weg von einem internationalen Reiter-Wettbewerb in Calais angegriffen worden. Die Frau fuhr zusammen mit ihren Eltern im Auto in die Richtung der Fähre, als ihr Fahrzeug von einem gefallenen Baum blockiert wurde, schreibt die britische „Express“ am Freitag.

    Nach dem Zwangshalt sprangen etwa zehn Migranten aus dem Gebüsch und attackierten das Auto mit den Knütteln und drei Ästen. Die Männer in schwarzer Kleidung schlugen auf dem Pferdetransporter und warfen das Passagierfenster ein. Lucy rückte sich nach hinten, um ihr Pferd zu beruhigen, als sie hörte, dass die Angreifer ins Auto durch die Tür einzudringen versuchten.

    „Das war schrecklich und es scheint als ob in den letzten paar Monaten die Gewalt zugenommen hat“, sagte für „Express“.

    Die Migranten greifen alle Fahrzeuge ohne Auswahl, sogar die Kleineren, fügte Phillips hinzu. Sie warnte alle, die ihren Weg durch Calais machen müssen, vorsichtig zu sein. Ihre Familie würde jedenfalls mit allen Mitteln diese Gegend ausweichen. Phillips Mutter habe Schnitten auf dem Gesicht bekommen, während ihr Vaters Hände verletzt worden seien.

    Im Februar 2003 unterzeichneten die Innenminister beider Länder das Abkommen über vorgezogene Grenzkontrollen am Ärmelkanal. Der Grenzübergang zum Nicht-Schengen-Land Großbritannien befindet sich demnach jetzt auf französischer Seite in Calais. Allerdings hatte damals niemand mit einem derart hohen Aufkommen an Migranten gerechnet, wie es heute zu verzeichnen ist. Das mit den Briten abgeschlossene Abkommen ist vielen französischen Politikern nun ein Dorn im Auge. Sie würden die Grenze gern wieder ins englische Dover verlegen, damit sich die Briten selbst um die Asylanträge und den starken Zustrom von Migranten kümmern.

    Der sogenannte „Dschungel von Calais“ ist eine provisorische Zeltstadt nahe der französischen Stadt Calais im Norden des Landes. Flüchtlinge und Migranten wollen dann per Fähre oder Eurotunnel weiter nach Großbritannien. Im August kampierten dort über 9.000 Menschen in provisorischen Unterkünften.

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    Calais, Frankreich, Großbritannien