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    Ein Tod pro 80 Minuten: Migranten sterben weiter auf der Flucht

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    Das Foto des dreijährigen Flüchtlings Alan Kurdi, der im Mittelmeer beim Fluchtversuch ertrunken war, hat die Welt geschockt. Menschen in der ganzen Welt äußerten ihre Empörung über die Mangelhaftigkeit der Maßnahmen für die Überwindung der Migrationskrise. Die Situation hat sich seitdem aber kaum verbessert, berichtet die Hilfsorganisation Oxfam.

    Soldat der paramilitärischen Einheit trägt die Leiche von Alan Kurdi unweit des türkischen Kurorts Bodrum, 2.September, 2015
    © AP Photo / DHA
    Soldat der paramilitärischen Einheit trägt die Leiche von Alan Kurdi unweit des türkischen Kurorts Bodrum, 2.September, 2015

    Während im Jahre 2015 etwa 4.664 Todesfälle auf den Flüchtlingswegen registriert worden seien, seien seit Anfang 2016 bis zu 5.700 Menschen gestorben. Das hieße, jede 80 Minuten sterbe ein Mensch, betont Oxfam.

    „Unsere Analyse zeigt einen spürbaren Anstieg des Verantwortungsbewusstseins gegenüber der Flüchtlingskrise nach dem Tod von Alan Kurdi. Mehr Menschen diskutieren die Fragen in sozialen Medien und suchen Informationen und Nachrichten auf Google“, sagte Francesco D’Orazio, Mitbegründer des Unternehmens für Bewertung der öffentlichen Meinung Pulsar, das eine Analyse der gegenwärtigen Situation im Internet durchführte.

    Pulsar stellte einen Anstieg des Interesses für das Problem auf vier Mal mehr Tweets, die der Frage gewidmet waren, als im vorigen Jahr fest. Der Hashtag #refugeeswelcome führte nach dem Tod von Alan Kurdi alle Ranglisten weltweit an und war seitdem 2,35 Millionen Mal im Laufe von zwölf Monaten benutzt worden.

    Auf eine ähnliche Weise soll auch das jüngste Foto des fünfjährigen Omran Daqneesh, der mit Blut und Staub bedeckt regungslos in einem Rettungswagen saß und mit leblosem Blick ins Leere starrte, gewirkt haben. Dieser Junge aus Aleppo wurde zum Symbol der grausamen Kriegsrealität und der Gründe, aus denen die Menschen aus ihrem Land fliehen müssen. 

    Der  fünfjährige Omran Daqneesh wird zur Ikone des Syrien-Krieges
    Der fünfjährige Omran Daqneesh wird zur Ikone des Syrien-Krieges

    Oxfam ruft die britische Regierung dazu auf, mehr Flüchtlinge aufzunehmen und armen Ländern, die sich in einer schweren innenpolitischen Lage befinden, Hilfe zu leisten.

    „Die überwältigende Mehrheit der Menschen, die aus den Konfliktregionen fliehen, hat einen riesigen Bedarf und es ist nicht ihre Schuld, dass sie in diese Situationen gerieten und aus ihren Häusern fliehen mussten“, so Shaheen Chughtai, Vizevorsitzende des Ausschusses für Humanitäre Politik in Oxfam.

    Doch neben dem Anstieg der Todesfälle sei auch eine positive Tendenz zu beobachten. Die Zahl der wohltätigen Organisationen, in denen sich Menschen für die Unterstützung der Migranten einsetzten, sei im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise erheblich gewachsen.

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