11:58 09 Dezember 2019
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    US-Flagge in Hannover

    Bundesbürger überzeugt: Von TTIP profitieren vor allem die USA

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    Streit um TTIP (78)
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    Die Deutschen sind sich laut einer Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Magazins „Stern“ nicht einig in Bezug auf das Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA. Dies berichtet am Mittwoch „Die Welt“.

    Großdemonstration in Hannover gegen das geplante Freihandelsabkommen TTIP
    © AFP 2019 / John Macdougall
    Demnach äußerten 65 Prozent der Befragten die Überzeugung, dass die Amerikaner von TTIP mehr Vorteile hätten als die Europäer. Zehn Prozent sehen dagegen mehr Profite für Europa, und für 13 Prozent wären beide Seiten gleichermaßen gut oder schlecht bedient.

    49 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass langfristig Unternehmer in Deutschland mehr Vorteile aus TTIP ziehen würden, für die Arbeitnehmer sehen 50 Prozent der Befragten dagegen mehr Nachteile und 55 Prozent für die Verbraucher, so das Blatt.

    Trotzdem plädiert eine knappe Mehrheit von 46 Prozent dafür, dass die EU und die USA ihre TTIP-Verhandlungen fortsetzen sollen, 45 Prozent raten dagegen zum Abbruch. Für weitere Verhandlungen sprechen sich mehrheitlich FDP-Wähler (65 Prozent), Anhänger der CDU/CSU (55 Prozent) und der SPD (54 Prozent) aus. Und dies obwohl SPD-Parteichef Sigmar Gabriel die TTIP-Gespräche letzte Woche bereits für „de facto gescheitert“ erklärt hatte.

    Merkel wieder beliebter, Union trotzdem geschwächt

    Das Ergebnis des „Stern“-RTL-Wahltrends ging dagegen ziemlich überraschend aus. Demnach hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Woche vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erneut an Zustimmung gewonnen. Trotzdem hat ihre Partei die Wahl deutlich verloren.
    Bei der Kanzlerpräferenz legte Merkel um drei Prozentpunkte zu. Wenn der Bundeskanzler sofort gewählt werden würde, hätten sich der Befragung zufolge 44 Prozent für Angela Merkel entschieden. Gabriel hätten dagegen nur noch 16 Prozent zum Kanzler gewählt.

    Aus der gestiegenen Popularität Merkels zog die Union aus CDU und CSU allerdings keinen Gewinn – sie stagniert bei 33 Prozent. Die SPD blieb bei 22 Prozent, die Grünen bei zwölf Prozent. Die Linke verlor im Vergleich zur Vorwoche einen Prozentpunkt und lag bei acht Prozent. Von den etablierten Parteien konnte allein die FDP einen Punkt hinzugewinnen und hat jetzt sieben Prozent.

    Die Alternative für Deutschland kam wie zuvor auf zwölf Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen betrug erhebliche 28 Prozent, so „Die Welt“.

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    Wahlen, Umfrage, TTIP-Abkommen, Partei Alternative für Deutschland (AfD), CDU/CSU, Angela Merkel, Europäische Union, USA, Deutschland