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    Schockierende Geheimdokumente: So lenkt der IS seine Kämpfer nach Europa – CNN

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    Die Pariser Anschläge im November 2015 sollten laut 90.000 Geheimdokumenten, die dem Nachrichtensender CNN vorliegen, viel massiver und noch opferreicher ausfallen. Die Papiere geben auch Aufschluss darüber, wie die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, Daesh) seine Kämpfer von Syrien aus steuert und die Attacken in Frankreich vorbereitet hatte.

    Die aus europäischen Ermittlungskreisen stammenden Geheimdokumente umfassen laut CNN zahlreiche Verhörprotokolle, Ermittlungsberichte und SMS-Verläufe der IS-Kämpfer. Bei deren Analyse stellten die Ermittler fest: Nicht alle Terroristen haben ihren Weg nach Paris gefunden.

    Die Dokumente enthüllen zudem Details zur Reise der IS-Kämpfer, die im Vorjahr als Flüchtlinge getarnt von Syrien über die Türkei und Griechenland nach Österreich kamen. Laut CNN handelt es sich bei zwei Terroristen um die Selbstmordattentäter Ahmad al-Mohammad und Mohamad al-Mahmod, die sich am 13. November 2015 vor dem Stade de France in Paris in die Luft gesprengt hatten.

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    © Sputnik .
    Das jesidische Mädchen mit dem Namen Lamia

     

    Die beiden anderen Männer, Adel Haddadi und Muhammad Usman, sollen sechs Wochen vor den Anschlägen in Frankreich Syrien verlassen haben. In Griechenland seien sie jedoch von den Behörden aufgehalten und wegen gefälschter Reisepässe inhaftiert worden. Laut CNN sind die Ermittler überzeugt, dass die verzögerte Durchreise der zwei Männer zusätzliche Attentate im Rahmen der koordinierten Anschlagsserie in Paris verhinderte. Aus den Dokumenten gehe nämlich auch hervor, dass außerdem Attacken in Einkaufsvierteln sowie einem Supermarkt in der französischen Hauptstadt geplant waren.

    Etwa einen Monat nach den Terroranschlägen in Paris sind Haddadi und Usman freigelassen worden und haben ihre Reise fortgesetzt. In einem Flüchtlingslager in der österreichischen Stadt Salzburg sollen sie IS-Mitglied Abdid Tabaouni getroffen haben, der laut CNN ebenso in Verbindung zur Pariser Terrorzelle steht, dessen Name und Funktion bisher aber nicht öffentlich bekannt waren. Bei einer Razzia im Camp im Dezember konnte Tabaouni entkommen. Sein Handy wurde jedoch neben Haddadis Bett gefunden. Darin soll auch die Nummer des Chef-Planers der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, gespeichert gewesen sein. Die beiden anderen festgenommenen Terrorverdächtigen wurden indes nach Frankreich ausgeliefert.

    Erst im Juli 2016 konnte Tabaouni dann in Brüssel verhaftet werden. Laut CNN hat der Terrorverdächtige während seines monatelangen Untertauchens öffentliche Statusberichte auf Facebook gepostet. Europäische Ermittler untersuchen zudem derzeit rund 1.600 Seiten Datenmaterial, das auf dem Mobiltelefon des Mannes gefunden wurde. Die Ermittler hoffen, weitere Verbindungen des IS-Terrornetzwerkes zu finden.

    Aus den Ermittlungsprotokollen gehe zudem hervor, dass die Attentäter laut Haddadi nicht von Anfang an in die gesamten Anschlagspläne der Terrormiliz eingeweiht werden. Außerdem sollen sie Pseudonyme erhalten, um so auch bei der Zusammenarbeit mit anderen Terroristen anonym zu bleiben.

     

    Die IS-Kämpfer sollen zudem in Kontakt mit einem IS-Mittelsmann im Schatten namens Abu Ahmad in Syrien gewesen sein. CNN zufolge lenkte dieser die Terroristen wie ein „Puppenspieler aus der Ferne“: Er stellte Kontakte zu Schmugglern her und organisierte gefälschte, syrische Reisepässe sowie vorprogrammierte Mobiltelefone und Geld für die Terroristen.

    Nachdem Haddadi und Usman freigelassen wurden, sollen sie umgehend Ahmad kontaktiert haben, der ihnen für die Weiterreise rund 2.000 Euro zukommen ließ.

     

    Wie die Geheimpapiere enthüllen, hatte Ahmad Mitte Dezember 2015, genau fünf Tage nach der Razzia im Flüchtlingscamp in Salzburg, den Terrorverdächtigen Haddadi kontaktiert. „Wie geht es dir?“, schrieb er. „Was ist mit dir passiert?“ Er hatte keine Antwort erhalten – Haddadi saß zu diesem Zeitpunkt ja bereits hinter Gittern.

    CNN zufolge war Frankreich nicht das einzige Anschlagsziel des IS zum Zeitpunkt der Terroranschläge in Paris. Laut dem US-amerikanischen Nachrichtensender hätten auch die Niederlande Ziel von Attentaten werden sollen. Daher sind die Ermittler davon überzeugt, dass die Anschläge in der französischen Hauptstadt lediglich „eine verschlankte Version eines noch größeres Plans, um Europa zu treffen“ gewesen seien.

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