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    Die saudi-arabische al-Haram-Moschee

    Saudi Imam fordert in Live-Sendung Ermordung von Schiiten, Juden und Christen

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    Ein führender Saudi Imam appelliert bei dem täglichen Gebetsdienst für die Ermordung von Schiiten, Juden und Christen, wie ein Video aus der saudi-arabischen al-Haram-Moschee, dem weltweit größten islamischen Gotteshaus, zeigt. Die USA unterstützen indes weiterhin Riad mit militärischer Ausrüstung.

    ​„Oh Allah, erteile unseren Brüdern, den Mudschahedin (Dschihadisten – Anm. d. Red.) Sieg, Würde und Ermächtigung“, betet der Imam auf Arabisch. „In Scham (Syrien) und dem Irak und überall. Oh Herren der Welt, ermöglicht ihnen den Sieg über die gottlosen Rafida (Schiiten).“

    Das Gebet wurde auf dem ägyptischen TV-Sender Al-Qahera Wal Nas live übertragen.

    „Ermöglicht ihnen den Sieg über die verräterischen Juden und über die gehässigen Christen und die nicht vertrauenswürdigen Heuchler“, singt der Imam das Gebet weiter. „Oh Allah, erteile ihnen Sieg, Hilfe und Kraft.“

    ​Der saudi-arabische Außenminister Adel Al-Jubeir hatte zuvor in einer Sendung auf CNN an Syrien appelliert, den Menschenrechten mehr Aufmerksamkeit zu widmen, denn Riad würde weiterhin Zivilisten und Krankenhäuser in Jemen bombardieren. 

    Am 15. August wurden bei einem Luftschlag der Saudis gegen ein Krankhaus der „Ärzte ohne Grenzen“ elf Menschen getötet und 19 weitere verletzt. In der Woche zuvor gab es Anschläge auf eine Schule und eine Lebensmittelverarbeitungsanlage.

    „Es ist bereits der vierte Anschlag gegen eine Einrichtung der Ärzte ohne Grenzen in nur zwölf Monaten. Wieder einmal werden wir Zeugen der dramatischen Folgen der Bombardierung eines Krankenhauses. Wieder einmal wurde ein Krankenhaus, gefüllt mit Patienten und nationalen und internationalen Mitarbeitern der Ärzte ohne Grenzen, in einem Krieg zerbombt, der keinen Respekt gegenüber medizinische Einrichtungen oder Patienten zeigt“, sagte Teresa Sancristóval von der Notfallstation der Ärzte ohne Grenzen in Jemen gegenüber The Guardian

    Seit 2010, nachdem die damalige US-Staatssekretärin Hillary Clinton eine immense Summe von der saudi-arabischen Regierung erhalten hatte, genehmigten die USA 60 Millionen US-Dollar an Militärverkäufen an Saudi-Arabien. Mehr als 48 Millionen US-Dollar sollen bereits beim Waffenverkauf eingenommen worden sein. Das sei dreimal so viel wie seinerzeit unter US-Präsident George W. Bush. 

    2015 wurde außerdem der saudi-arabischen Regierung bewilligt, Hunderte Luftabwehrraketen im Wert von 5,4 Millionen US-Dollar im September, vier Militärschiffe für knapp 11,3 Millionen US-Dollar im Oktober und intelligente und Mehrzweck-Bomben für 1,3 Millionen US-Dollar im November zu erwerben, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

    Die US-Administration von Präsident Barack Obama hat zudem zu Monatsbeginn einen weiteren Verkauf von Panzern, Maschinengewehren und anderer US-Militärausrüstung an Saudi-Arabien beantragt.

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    Tags:
    Barack Obama, Hillary Clinton, Saudi-Arabien