23:11 04 Juli 2020
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    Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat zu radikalen Mitteln im Kampf gegen den Brotmangel im Land und die Brotschlangen in den Geschäften gegriffen. Vor dem Hintergrund einer starken Wirtschaftskrise hat der Staatschef beschlossen, in mehr als 1.100 Bäckereien eine Revision durchzuführen und diejenigen zu bestrafen in denen sich Schlangen bilden.

    Maduros Regierung ist der Meinung, einige Backstuben verkaufen absichtlich weniger Brot, deshalb sollten sie mit einer Strafe belegt werden. Die Kontrolle der Bäckereien übernehmen mehr als tausend Polizisten, Soldaten und Mitglieder der sozialistischen Union der Frauen „Una Mujer“.

    Die Inhaber der Bäckereien kritisieren vehement die neue Regierungsinitiative. „Es ist einfach fürchterlich. Sie bestrafen dafür, dass wir nichts verkaufen. Aber was für ein Verkäufer will nicht verkaufen? Wenn wir nicht verkaufen, dann deswegen, weil wir nichts zu verkaufen haben“, kommentierte die Besitzerin einer Bäckerei in Caracas gegenüber der Zeitung „The Times“.

    Im Land herrsche ein umfangreiches Defizit an Lebensmitteln wie Reis und Nudeln. Deswegen greifen die Menschen zur einfachsten Kost – dem Brot.

    Mittlerweile bestehen die Behörden weiter darauf, dass das Mehl im Land ausreicht und die Bäckereien absichtlich weniger Brot verkaufen, um die Preise dafür künstlich hinaufzutreiben und sich am Absatz der Backwaren auf dem schwarzen Markt zu bereichern.

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    Tags:
    Nicolas Maduro, Caracas, Venezuela