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06:23 24 Oktober 2019
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    Eisbären belagern russische Arktis-Station – Lebensmittelraum bereits aufgebrochen

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    Russische Forscher aus der Polarstation Iswetij ZIK in der Arktis wagen sich seit Tagen nicht aus dem Gebäude: Auf dem Hof lauert ein Eisbären-Rudel auf sie. Die Schreckschuss-Munition ist längst ausgegangen. Der Traktor ist das einzige verbliebene Mittel, um die Eisbären fernzuhalten.

    Nachdem hungrige Tiere das Lebensmittelager aufgebrochen hatten, verschlugen die Menschen die Fenster mit Brettern.

    Seit Samstag belagern mindestens drei erwachsene Eisbären mit drei Jungen die Forschungsstation auf der Insel Trojnoj im Süden der Karasee.

    „Heute Morgen sind die Eisbären sehr aktiv geworden: Zwei der Tiere brachen durch die Fenster in das Lager ein“, teilte der Chef der Station, Wadim Plotnikow, laut russischen Medien mit.

    Das Personal habe die Forschungen weitgehend einstellen müssen. Alle fünf Mitarbeiter haben sich im Überwinterungs-Segment verschanzt und die Fenster mit Brettern verschlagen. Der Jahresvorrat an Lebensmitteln ist gefährdet. „Ich benutze den Traktor, um die Bären wegzujagen“, so Plotnikow.

    Das hilft aber nicht viel: Die Tiere lasen sich auf bis zu 200 Meter vertreiben, kommen dann aber wieder zurück. Die Station gehört der Wetter- und Umweltüberwachungsbehörde Sewhydromet. Diese wurde über die Notlage informiert.

    „Uns wurde empfohlen, selbständig zu handeln — je nach den Umständen“, so Plotnikow. Das nächste Versorgungsschiff werde erst in einem Monat erwartet.

    Inzwischen hat sich Umweltminister Sergej Donskoj persönlich der Angelegenheit angenommen. Er ordnete an, die Sicherheit der Forscher zu gewährleisten und dabei die Tiere zu schützen. Die Eisbären stehen unter Tierschutz. In Russland ist die Jagd auf sie seit 1957 verboten.

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    Tags:
    Russland, Arktis