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07:31 14 Oktober 2019
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    Silvester-Countdown: Kölner Polizei schlägt „Schutzzone Dom“ vor – was sagt OB Reker?

    © Flickr/ Lori Branham
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    Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies hat laut einem Bericht des „Kölner Stadtanzeigers“ der Oberbürgermeisterin Henriette Reker einen Entwurf für die sogenannte „Schutzzone Dom“ vorgelegt – eine Art Verhaltensknigge am weltberühmten und auch berüchtigten Wahrzeichen der Stadt.

    Der Vorschlag listet demnach auf, welches Verhalten in der Domumgebung künftig verboten sein soll. Dazu gehörten außer dem Abbrennen von Feuerwerkskörpern auch übermäßiger Alkoholgenuss sowie der Konsum von Drogen, Wildpinkeln und —Campen, aktives Betteln und das Vermüllen des Areals. Belästigungen und Pöbeleien stehen ebenfalls auf der No-Go-Liste.

    „Unordnung, Schmutz, Vandalismus und andere Ordnungsstörungen sowie strafbares Verhalten beeinträchtigten ‘das Sicherheitsgefühl nachhaltig und entscheidend’“, zitiert die Zeitung aus dem Papier.

    Der Entwurf sieht auch eine rechtliche Regelung der Nutzung von Inline-Skates, Skateboards und ähnlichen Sportgeräten vor und richtet ein eigenes Augenmerk auf den Fahrradverkehr.

    Zusammen mit der Polizei bereitet die Stadtverwaltung auch ein Sicherheitskonzept für die nächste Silvesternacht vor, um Übergriffe wie Ende 2015 zu verhindern, so der KStA-Bericht weiter. Der Dom solle zum Schutz vor Feuerwerkskörpern weiträumig umzäunt werden. Die „Schutzzone Dom“ solle dagegen über den Tag hinaus einen Bereich etablieren, innerhalb dessen Ordnungswidrigkeiten geahndet oder unterbunden werden. Polizeipräsident Mathies gehe davon aus, dass der abgesicherte Bereich bis zur Kölner Philharmonie und ans Rheinufer ausgedehnt werden soll.

    „Henriette Reker kann Mathies dankbar sein. Die Frage, wer in dieser Stadt eigentlich der Koch ist und wer der Kellner, ist in diesem Fall müßig. Mathies hat das Rezept geschrieben und die Zutaten besorgt. Rekers Sache ist es jetzt, ihre Küchenbrigade in den Griff zu bekommen und das Menü zu servieren“, schreibt KStA-Chefkorrespondent Joachim Frank in einem „Kommentar zur Schutzzone Kölner Dom“.

    Silvester-Übergriffe: Fall des Jahrhunderts?
    © Sputnik / Vitaliy Podvitskiy
    In der Silvesternacht war es in Köln und anderen deutschen Städten zu massenhaften Übergriffen auf Frauen und Männer seitens Flüchtlingen und Migranten gekommen. Bei der Kölner Polizei waren nach Stand von Ende April mehr als 1.500 Anzeigen eingegangen, wobei ein Drittel der Klagen im Zusammenhang mit Sexualstraftaten eingereicht wurde. Außerdem wurden zahlreiche Diebstähle gemeldet.

    Laut Augenzeugen gab es unter den Tätern junge Männer nordafrikanischen oder arabischen Aussehens. Nach den Ereignissen der Silvesternacht wurden landesweite Übergriffe auf Migranten aus islamischen Staaten sowie massenhafte Protestaktionen und Ausschreitungen von Menschen rechter Gesinnung gemeldet. Solche Ausschreitungen gab es in deutschen Städten wie Hamburg, Stuttgart, Berlin, Frankfurt am Main und Nürnberg, aber auch in Schweden, Finnland, Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern.

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