23:51 05 Dezember 2020
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    Die türkische Regierung hat dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ eine „verzerrte“ Darstellung der Türkei vorgeworfen, wie AFP meldet. Das jüngste Sonderblatt sei von „Vorurteilen geprägt“.

    Laut dem türkischen Außenministerium ist die Titelseite der jüngsten Sonderausgabe „besonders provokativ“. Es zeigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit einer Sonnenbrille und türkischer Flagge im Hintergrund über einer Istanbuler Moschee, von der zwei minarettförmige Raketen abheben. Über dem Haupttitel des Sonderhefts „Brennpunkt Türkei“ ist „Ein Land verliert die Freiheit“ zu lesen. Erdogan wird zudem als „Diktator“ bezeichnet.

    ​​​Die am Dienstag erschienene Ausgabe sei „ein klares Beispiel für eine anti-türkische Herangehensweise“, erläutert das Außenamt in Ankara. Man versuche aktiv, den türkischen Präsidenten zu „beschmutzen“. Die Imagebeschädigungen müssten umgehend aufhören.

    Bereits zuvor hatte Ankara gewissen deutschen Medien eine Erdogan-feindliche Berichterstattung vorgeworfen. Etwa der „Spiegel“-Korrespondent Hasnain Kazim hat nach einer Vielzahl von Drohungen die Türkei im Mai verlassen. 

    Die Beziehungen zwischen Berlin und Ankara haben sich in den letzten Monaten verschlechtert. Nach dem gescheiterten Putschversuch durch das türkische Militär am 15. Juli äußerte die Bundesregierung ihre Besorgnis über das Vorgehen gegen angebliche Regierungsgegner. Neben 290 Toten und mehr als 2.000 Verletzten gab es auch weitere Zehntausende, die entlassen oder inhaftiert wurden.

    Im Monat zuvor hatte der Bundestag mit der sogenannten Armenien-Resolution das Massaker der Türken an den Armeniern vor gut 100 Jahren als Völkermord eingestuft. Die türkische Regierung reagierte prompt darauf und verhängte ein Besuchsverbot für deutsche Abgeordnete auf dem Stützpunkt Incirlik in der Türkei. Vor wenigen Tagen hat Ankara das Verbot wieder aufgehoben, nachdem der Regierungssprecher Steffen Seibert die Forderung der Türkei erfüllte und die Resolution als „nicht juristisch bindend“ bezeichnet hatte.

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    Tags:
    Der Spiegel, Recep Tayyip Erdogan, Türkei, Deutschland