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22:38 15 Juli 2019
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    Für mehr Privatsphäre: Snowden erteilt neue Tipps für Jedermann

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    Der ehemalige US-Geheimdienstler und Whistleblower Edward Snowden hat bei einer Videokonferenz nach der Premiere des neuen Films von Oliver Stone „Snowden“ weitere Tipps genannt, wie man sich vor einer globalen Überwachung und vor Hackern schützen kann.

    Edward Snowden
    © REUTERS / Glenn Greenwald/Laura Poitras
    Nach der Premiere von „Snowden“ in mehreren Städten der USA, haben der Regisseur und die Hauptdarsteller in New York sowie der aus Moskau zugeschaltete Whistleblower Snowden an einer interaktiven Videokonferenz teilgenommen.

    In einer Filmepisode klebt der Schauspieler Joseph Gordon-Levitt, der Snowden spielt, seine Webcam am PC und auch die integrierten Kameras seiner Notebooks mit Klebeband zu. Damit sei es Geheimdiensten nicht möglich, sich über die Kameras zuschalten zu können. In anderen Szenen wird einfach Wundpflaster verwendet. Bei der Konferenz sagte Snowden, dass das auch im realen Leben nützlich sein kann:

    „Das ist einfach. Wenn Sie zum Bespiel ein Pflaster benutzen, so wird das Ihrem Computer nicht schaden. Wenn Sie sie (die Webcam – Anm. d. Red.) brauchen, dann nehmen Sie es einfach ab“, so Snowden.

    Ebenso Oliver Stone erläuterte, dass er sich den Tipp von Snowden zu Herzen genommen hatte und daher die Webcam seines Computers zuklebe. „Ja, natürlich“, erwiderte er auf eine diesbezügliche Frage.

    Darüber hinaus empfahl Snowden wie schon oft zuvor, nicht nur ein einziges Passwort für mehrere Internet-Webseiten zu benutzen. Sollte eines davon geknackt werden, könne das gestohlene Passwort beim Eindringen in verschiedene Konten und soziale Netzwerke helfen. Um sich gegen ein Abhören der Telefonate zu schützen, riet er, eine Verschlüsselungssoftware einzusetzen.

    „Sie können eine Verschlüsselungssoftware für Anrufe nutzen, die man jetzt kostenlos herunterladen kann“, riet er. Ferner empfahl er eine Software für die Blockierung von Werbung und eine Antivirus-Software zu installieren.

    Das alles könne zwar zum Schutz vor Hackern dienen, nicht aber vor Geheimdiensten. „Gegen die Nationale Sicherheitsagentur (NSA) der USA wird das nicht helfen“, gab der Whistleblower zu.

    „Wenn Sie eine Überwachung ihrer Person durch die NSA stoppen wollen, so ist das Beste und einzige, was Sie jetzt machen können, es über den politischen Prozess zu tun. Aber das ist nicht das, was wir im Zuge der Kampagnen (Wahlkampfkampagne – Anm. d. Red.) hören. Keiner spricht über die Verfassung und die Rechte. Sie (die Kandidaten) beschimpfen sich lediglich gegenseitig, und ich denke nicht, dass es das ist, was wir jetzt brauchen“, meinte Snowden.

    In den breiten Filmvertrieb in den USA kommt der Film „Snowden“ offiziell am 16. September. Die Weltpremiere fand im Rahmen des internationalen Filmfestivals in Toronto, Kanada, statt. Das Drehbuch schrieb Oliver Stone gemeinsam mit seinem Mitautoren Kieran Fitzgerald nach Motiven des Buches des britischen Journalisten Luke Harding „Edward Snowden. Geschichte einer Weltaffäre“ (Originaltitel: „The Snowden Files, The Inside Story of the World`s Most Wanted Man") sowie nach dem Buch „Wremja spruta“ (deutsch — Zeit der Krake), das der russischen Anwalt  Anatoli Kutscherena geschrieben hat.

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    Snowden (Film), NSA, Oliver Stone, Edward Snowden, Russland, USA