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08:18 20 Oktober 2019
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    US-Hacker drohen 16 Jahre Haft für Aufdeckung einer Vergewaltigung

    US-Hacker drohen 16 Jahre Haft für Aufdeckung einer Vergewaltigung

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    Dank dem Programmierer Deric Lostutter aus der Hacker-Gemeinschaft Anonymous haben die US-Rechtsschutzorgane 2012 die Gruppenvergewaltigung einer 15-Jährigen aufdecken können. Nun droht ihm 16 Jahre Haft. Seinem Anwalt Tor Ekeland zufolge streben die Behörden die volle Kontrolle über den Informationsraum des Landes an.

    „Die Behörden streben nach einer sehr harten Bestrafung jener, die ihre Kontrolle über den Informationsraum bedrohen. Dieses Urteil ist ein Signal Washingtons an all jene, die in irgendeiner Weise in das öffentliche Leben einbezogen sind und gegen die Staatspolitik eintrete“, stellte der Jurist im Gespräch mit dem russischen TV-Sender RT fest.

    Der Hacker war damals in die Webseite einer Schule in Ohio eingedrungen und machte danach der Öffentlichkeit Material zugänglich, das die Schuld der Täter belegte. Es handelte sich um die Mitglieder der Fußball-Schulmannschaft, die ein Mädchen mit Schlafmitteln betäubt hatten. In dem von Lostutter veröffentlichten Schriftverkehr verhöhnten sie ihr Opfer. Aber die Gerechtigkeit hat keineswegs gesiegt: Zwei Täter kamen mit zwei Jahren Haft davon,  dem Programmisten droht indes eine langjährige Haftstrafe.

    Im Jahr 2012 war dieses Verbrechen in den USA in aller Munde: Die Behörden der Kleinstadt Steubenville (Bundesstaat Ohio) und die Direktion der Schule, in der die Täter gelernt haben, wurden verdächtigt, die Beweise unterschlagen zu wollen. Und so stellten sich die Anonymous-Aktivisten auf die Seite des Opfers und unterstützten die Ermittlung, indem sie die erforderlichen Beweise ans Tageslicht holten. Dann aber war der Hacker selbst auf die Anklagebank geraten.

    Wie RT berichtet, setzt die US-Regierung die Kampagne gegen die Anonymous-Aktivisten fort.  Der TV-Sender erinnert an die Tatsache, dass der Programmierer und Hacktivist aus dieser Gruppe, Aaron Swartz, im Jahr 2013 Selbstmord begangen habe. Damals sei er der Verletzung des Gesetzes über Computer-Betrug und Missbrauch (engl. Computer Fraud and Abuse Act – CFAA) beschuldigt worden. Ihm soll ein Freiheitsentzug bis zu 35 Jahren und eine Strafe in Höhe von einer Million Dollar gedroht haben. Swartz hatte sich für den freien Zugang zu Inhalten des Internets, gegen Zensur und für die freie Verbreitung von Information eingesetzt, was ihm mehrmals Probleme mit der Justiz einbrachte: 13 Mal wurde er wegen schwerer Straftaten angeklagt, vor allem wegen Hacker-Attacken und illegalen Herunterladens von Information.

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    Hacker, USA