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10:02 16 Juli 2019
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    China startet weltgrößtes Projekt zur Wettersteuerung

    © Flickr/ Lane Pearman
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    Die zentralchinesische Provinz Qinghai will ein massives Wettersteuerungsprogramm auflegen, um die regelmäßig wiederkehrenden Dürren in der Region zu bekämpfen, berichtet die Zeitung „South China Morning Post“. Experten warnen jedoch vor den Konsequenzen massiver Eingriffe in das Wettergeschehen.

    Zusätzliche fünf Milliarden Kubikmeter Wasser sollen pro Jahr auf die Region niederregnen, wenn es nach den Plänen der Regionalregierung geht. Das Wasser soll den Gelben Fluss wiederauffüllen. Dafür wollen chinesische Wissenschaftler einen Prozess in Gang setzen, bei dem künstliche Wolken über dem tibetischen Hochland entstehen würden.

    Momentan arbeiten die Wissenschaftler an einer Umsetzbarkeitsstudie zum Projekt, das von der Provinzregierung finanziert wird: Die Wettersteuerung hat im Fünfjahresplan der Qinghai-Region Priorität.

    „Nah an der Troposphäre existiert ein stabiler Kanal, über den Wasserverdunstungen strömen – der sogenannte Himmelsstrom“, sagte der Präsident der Qinghai-Universität, Yuan Tan.

    Um den Himmelsstrom anzuzapfen, wollen die Forscher Chemikalien einsetzen, die von Flugzeugen und Raketen aus in den oberen Schichten der Atmosphäre verstreut werden. Danach soll die Wetterlage von einem erdnahen Satelliten aus kontrolliert werden.

    Einige Wissenschaftler betrachten das Vorhaben jedoch mit Skepsis. Der Klimaforscher Lo Yun von der Pekinger Tsinghua-Universität sagte, noch nie etwas von einem Himmelsstrom gehört zu haben. Andere Experten vermuten, dass Yuan Tan mit dieser Bezeichnung eine dünne Wasserdampfschicht in der Atmosphäre meint. Vor allem jedoch zweifeln die Wissenschaftler an der Fähigkeit des Menschen, das Wetter in diesem Ausmaß zu steuern.

    Die Provinz Qinghai ist eine der trockensten Regionen der Volksrepublik. Die Flüsse Jangtsekiang, Mekong und Gelber Fluss nehmen in der Provinz ihren Ursprung. China hat vor zwei Jahren angefangen, das Wasser des Jangtsekiang in den Norden umzuleiten, um die dortigen Dürren zu bekämpfen.

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    Tags:
    Wetter, Klimawandel, China