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08:57 20 Oktober 2019
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    15-jährige Berlinerin kämpft für Kopftuch-Emoji

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    550 Millionen Frauen auf der Welt tragen ein Kopftuch. Auf der Handytastatur gibt es aber kein Emoji dazu. Eine 15-Jährige will das ändern, schreibt „DerWesten“ am Donnerstag.

    Es gibt heutzutage Hunderte Emojis, die Nachrichten schöner, bunter und emotionaler machen sollen. Doch die so frei erscheinende Emoji-Kultur hat ihre Grenzen. 

    Als Rayouf Alhumedhi aus Berlin in ihrem Gruppenchat mit Freundinnen auf WhatsApp schreibt, wollten die Mädchen den Namen des Chats ändern. Die Idee: Jede Freundin sollte durch ein Emoji repräsentiert werden. Zusammen sollten die Emojis dann den Chatnamen ergeben, berichtet das US-Portal „Buzzfeed“. Schnell haben die anderen Mädchen aus der großen Auswahl eines gefunden, das ihnen am nächsten kommt. Nur Alhumedhi nicht. Denn die 15-Jährige trägt ein Kopftuch, so wie 550 Millionen andere Frauen auch. Dennoch gibt es kein Kopftuch-Emoji.

    „Ich würde gerne repräsentiert werden“, schreibt die Schülerin in einem Thread des Online-Forums Reddit. „Weil für die massive Anzahl an Frauen, die ein Kopftuch tragen, ein Platz auf der Tastatur reserviert sein muss.“ 

    Das Mädchen kontaktierte das Unicode-Konsortium, das entscheidet, welche Emoticons auf der Smartphone-Tastatur erscheinen. Unicode lässt Nutzer sogar bei der Auswahl der Emoticons teilhaben, wie auch Alhumedhi herausfand. Sie zeichnete schnell einen ersten Entwurf ihres Hijab-Emojis und schrieb in einer kurzen Mail an Unicode, warum dieses Zeichen in die mehr als 700 Emoji große Palette aufgenommen werden soll. 

    ​Ein Mitarbeiter von Unicode wurde auf die Mail aufmerksam und sei begeistert gewesen. Mit seiner Hilfe formulierte die 15-Jährige einen sieben Seiten langen Antrag, in dem sie auf die Bedeutung das Kopftuchs für Muslime auf der ganzen Welt aufmerksam macht. 

    Darin zieht sie einen interessanten Vergleich: „Wenn du ‘Hijab’ bei Instagram in die Suchleiste eingibst, bekommst du 15.6 Millionen Fotos angezeigt“, schreibt sie in ihrem Antrag. Der Turban komme dagegen auf nur 732.000 Fotos. Und diesen gibt es ja bereits als Emoji. Warum also nicht auch das Kopftuch?

    Wie „DerWesten“ unter Berufung auf den Sender BBC weiter berichtet, entspricht der von Alhumedhi eingereichte Antrag noch nicht den Ansprüchen des Unicode-Konsortiums. Ein Mitarbeiter helfe ihr jedoch bei den Verbesserungen des Anliegens, über das dann im November entschieden werden soll.

     

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    Smartphones, Kopftuch, Emoji, Deutschland, Berlin