01:39 24 Februar 2018
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    Pfefferspray-Test in den USA

    Mit Pfefferspray gegen Gewalt in Zügen: Bahn will Zugbegleiter aufrüsten

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    Bahn-Mitarbeiter werden immer häufiger angegriffen. Als Gegenmaßnahme will der Konzern nun Zugbegleiter mit Pfefferspray und Alarmgeräten und einige gar mit Schlagstöcken für ausgewählte Einsätze ausstatten, wie das Internetportal tagesschau.de am Freitag berichtet.

    Nach Unternehmensangaben wurden Bahn-Mitarbeiter allein im ersten Halbjahr 2016 mehr als 1100 Mal angegriffen, rund 28 Prozent häufiger als im selben Vorjahreszeitraum.

    "Die Angriffe auf unsere Mitarbeiter nehmen deutlich zu. Wir lassen uns von durchgeknallten Menschen nicht länger auf dem Kopf herumtanzen", zitiert das Portal den Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke.

    Geplant seien Pfefferspray und Alarmgeräte für Zugbegleiter, mehrere hundert Schutzhunde für die Sicherheitskräfte und Ausbildungseinheiten zu Deeskalation und Eigensicherung, so tagesschau.de. Darüber hinaus will die Bahn die Zahl der Sicherheitskräfte um 500 bis auf 4200 erhöhen, so Rischke.

    Investiert werde auch in intelligente Videotechnik, die herrenlose Koffer, Menschen auf Gleisen oder mögliche Taschendiebe erkennen könne. Die Bahn werde zudem Kameras am Körper der Mitarbeiter, sogenannte Bodycams, weiterhin testen.

    "Erste Erfahrungen zeigen, dass die Zahl der Angriffe deutlich zurückgeht, wenn der Täter weiß, dass er aufgezeichnet wird, und seine Tat selbst auf dem Mini-Monitor der Bodycam mit ansehen muss", so Rischke.

    Jeder Mitarbeiter mit Kundenkontakt soll für brenzlige Situationen ausgebildet werden. Für die konzerneigenen Sicherheitskräfte sollen Fitness und Ausdauer sowie Kampfsportelemente Kernelemente der Ausbildung werden. Die Bahn werde außerdem prüfen, ob besonders geschulte Mitarbeiter für ausgewählte Einsätze Schlagstöcke, wie sie die Polizei bereits nutzt, erhalten sollten. Rischke zufolge ist der Schlagstock jedoch, genauso wie das Pfefferspray, nur als letztes Mittel zur Verteidigung gegen einen Angriff gedacht.

    Betroffene sollen am kommenden Montag an einem Runden Tisch in Berlin berichten und gemeinsam mit Gewerkschaftern und der Bundespolizei eine konzentrierte Aktion gegen die Gewalt erreichen. "Jeder Angriff ist einer zu viel", zitiert tagesschau.de den Vizevorsitzenden Klaus-Dieter Hommel. "Niemand muss sich beleidigen, bespucken, befummeln, bedrängen oder sogar tätlich angreifen lassen", so Hommel weiter. Notwendig sei dabei auch politische Unterstützung.

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    Pfefferspray, Zugbegleiterin, Schutz, Angriff, Zug, Deutsche Bahn, Deutschland