07:27 21 November 2017
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    Wrackteile der in der Ukraine abgestürzten Passagiermaschine MH17

    MH17: AntiBellingcat weist Bellingcat-Fälschungen nach und entlastet Russland

    © AFP 2017/ Dimitar Dilkoff
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    Zwei Jahre nach dem Abschuss der Passagiermaschine MH17 in der Ukraine hat das Recherchenetzwerk Bellingcat einen Bericht veröffentlicht, der eine Verwicklung Russlands in die Katastrophe mit 298 Toten beweisen soll. Nun enthüllt eine investigative Bloggergruppe: Bellingcat hat Fakten gefälscht und an das gewünschte Bild angepasst.

    Die Gruppe AntiBellingcat kommt in einer Gegenanalyse zu dem Schluss, dass die „öffentlich zugänglichen“ Fotos und Augenzeugenberichte, auf die Bellingcat seinen Bericht stützt, aus suspekten Quellen stammten und bei genauerer Betrachtung Widersprüche und Manipulation aufweisen.

    AntiBellingcat behauptet: Bellingcat habe Angaben aus offenen Quellen so manipuliert, damit sie in das gewünschte Bild passen, nämlich dass die Maschine mit einer Fla-Rakete des Typs Buk vom Himmel geholt worden sei, die von einer russischen Anlage des Typs  9А310М1 Buk-M1 abgefeuert worden sei.
    In einem 44 Seiten umfassenden Enthüllungswerk widerlegt AntiBellingcat anhand von Bildern und durch Gegenüberstellung von Fakten die Schlussfolgerungen der Bellingcat-Untersuchung eine nach der anderen.

    Der AntiBellingcat-Bericht in voller Länge auf Englisch ist hier abrufbar. Wir bringen aber einige Beispiele:

    Die Satellitenaufnahme, das einen Buk-Konvoi zeigt, wurde manipuliert: Der Schatten des Buk-Raketenfahrzeugs hat eine ganz andere Form als der Schattengeber selbst und ist zudem nach Nordost ausgerichtet, während die Schatten der Bäume nach Nordwest zeigen.

    Das Bild, das eine Rauchsäule von einer gestarteten Buk-Rakete darstellen soll, konnte unmöglich wie behauptet am 17. Juli 2014 in Sneschnoje aufgenommen werden. Denn am Tag der Katastrophe war der Himmel im Raum Sneschnoje nach Angaben des ukrainischen Wetterdienstes bewölkt. Das „belastende“ Foto zeigt jedoch einen heiteren sonnigen Tag. Bellingcat hat also entweder den Zeitpunkt oder den Ort falsch angegeben.

    Auch die „Beweise“ für Sneschnoje als Startort der Rakete taugen nichts: Bellingcat beruft sich auf SBIRS-Satellitenaufnahmen, die Kettenspuren von schwerer Militärtechnik auf einem Acker zeigen sollen. Unmöglich, sagt AntiBellingcat: „Die maximale Auflösung der Digital-Globe-Satelliten beträgt 0,5 bis 0,8 Meter. Bei dieser Auflösung lässt sich der Unterschied zwischen der Spur eines Militärfahrzeugs und der Spur von Landtechnik, etwa eines Raupentraktors, nicht erkennen“. Mehr noch: Den Abschuss-Ort der Buk-Rakete gibt Bellingcat mit einer Genauigkeit von drei bis vier Kilometern an, „was jedoch über die Leistungsgrenze des amerikanischen SBIRS-Systems weit hinausgeht“.

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    Tags:
    AntiBellingcat, Bellingcat, Russland, Ukraine
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