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    Bayer-Monsanto-Deal bedroht unsere Essteller französische Chefköche

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    Rund hundert französische Chefköche und Feinbäcker haben den „Offenen Brief gegen die Herrschaft der Agrochemie in unseren Lebensmitteln“ unterzeichnet, der gegen die Bayer-Monsanto-Fusion gerichtet ist. Über die Ängste der Restaurateure hat Sputniknews mit zwei Vertretern der Branche gesprochen.

    Für den Besitzer des Restaurants „La Fourchette des Ducs“ in Obernai, Serge Schaal, besteht das größte Problem heutzutage darin, gute Qualitätslebensmittel zu finden. „Es wird immer komplizierter für die einheimischen Hersteller, uns vielfältige Lebensmittel zu liefern“.

    „Wenn man heute die Zusammenschmelzung solcher Giganten mitverfolgt, erinnert man sich an die Katastrophenfilme, wo die Eintönigkeit der Geschmäcke und Empfindungen herrscht“.

    Schaal hofft, dass die Petition an die französische Regierung weitergegeben wird, die ihrerseits Druck auf das Europaparlament und Brüssel ausüben und dadurch Alarm schlagen wird.

    „Ich glaube, die Idee dahinter war eben diese. Bekannte Chefköche vereinigen sich und sagen: ‚Vorsicht! Unsere Lebensmittel sind bedroht!’ Ausgerechnet so muss endlich ein Stopp gefordert werden. Wir müssen sagen, dass wir es nicht wollen, dass die künftigen Generationen nur einen Geschmack, eine Tomatensorte kennen, dass nur eine Lauchsorte angebaut werden kann, wenn man sie mit Düngermitteln oder Pestiziden behandelt. Für die Franzosen geht es wirklich um das, was uns vereint“, meint der Restaurantbesitzer.

    Der Chef-Patissier des Restaurants „Jardin des Chefs“ in Metz, Mickaël Thery, warnt im Zusammenhang mit dem Bayer-Monsanto-Deal vor einem Monopol auf Saatgut, denn die Landwirte „arbeiten im Endeffekt für große Unternehmen und bringen ihnen Gewinn“.

    „Unsere Lebensmittel werden Chemiestoffe enthalten, was sie nur verderben wird“, sagt Thery und fügt hinzu:

    „Was wir brauchen ist, dass alle Chefköche, alle, die im Gastronomiebereich tätig sind, ihre Besorgnis äußern können. Wenn nötig, können wir zusammen die Schließung solcher Riesen wie Bayer und Monsanto erreichen.“

    Zuvor war berichtet worden, dass Monsanto die Übernahme durch Bayer akzeptiert hatte. Der Chemie- und Pharmakonzern zahlt nach Focus-Angaben umgerechnet rund 60 Milliarden Euro für den US-Saatguthersteller.

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    Tags:
    Petition, Monsanto, Bayer, Frankreich, USA, Deutschland
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