15:11 26 Oktober 2020
SNA Radio
    Panorama
    Zum Kurzlink
    401437
    Abonnieren

    Eine Woche vor der Veröffentlichung eines weiteren MH17-Untersuchnugsberichtes hat der russische Rüstungskonzern Almaz-Antey beschlossen, dem internationalen Ermittlungsteam seine Radardaten zur Verfügung zu stellen. Die Daten könnten Aufschluss darüber geben, was sich im ostukrainischen Luftraum am Tag der Katastrophe im Juli 2014 abgespielt hat.

    Es handle sich um „unbearbeitete primäre Radarbilder des Luftraums“, die von der Radarstation Utjos-T in der südrussischen Ortschaft Ust-Donezki (unweit von Rostow am Don) am Tag der Katastrophe aufgezeichnet worden seien, teilte Almaz-Antey am Donnerstag mit. Die Daten seien bereits der russischen Ermittlungsbehörde SK zur Verfügung gestellt worden und sollen an die niederländischen Ermittler weiterleiten werden.

    Die Radare des Typs Utjos-T werden vom elektromechanischen Werk Lianosowo hergestellt, das zu Almaz-Antey gehört. Nach Informationen des Konzerns wurde die Anlage in Ust-Donezki unweit der ukrainischen Grenze Ende Juli 2014 planmäßig gewartet, wobei auch die Datenträger ausgewechselt wurden.

    Die Träger mit den Luftraumdaten vom Juli 2014 seien bis jetzt im Werk Lianosowo zu Betriebszwecken aufbewahrt worden. „Im Juli 2016 erhielt Almaz-Antey vom Ermittlungskomitee der Russischen Föderation eine offizielle Anfrage zusätzlicher Hilfsinformationen für die internationalen Ermittler“, so der Konzern.  Alle Daten, darunter auch vom 17. Juli 2014, seien dem russischen Ermittlungskomitee (SK) übergeben worden.

    Der SK-Sprecher Wladimir Markin bestätigte am Donnerstag, Radardaten von Almaz-Antey bekommen zu haben. „Diese Daten, die die MH17-Katastrophe betreffen, werden demnächst der niederländischen Seite übergeben.“

    Zuvor bereits hatte Almaz-Antey den niederländischen MH17-Ermittlern umfassende Resultate seiner Feldexperimente übergeben, die nachweisen, dass die Rakete, die die MH17 vom Himmel holte, unmöglich aus der Ortschaft Sneschnoje hätte abgefeuert sein können, wie dies die Ermittler vermutet hatten.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 aus bisher ungeklärter Ursache im damals umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der von Amsterdam nach Kuala Lumpur fliegenden Verkehrsmaschine, darunter 85 Kinder, kamen ums Leben.

    In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen werfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben. Weil die meisten Opfer Niederländer waren, übernahmen die Niederlande die Leitung der Ermittlungen. Dem Ermittlerteam gehören auch Vertreter von Australien, der Ukraine, Belgien und Malaysia an. Noch vor Beginn der Ermittlungen hatten viele Kiewer und westliche Politiker die ostukrainischen Volksmilizen für den mutmaßlichen Abschuss verantwortlich gemacht und Russland eine Verwicklung vorgeworfen.

    Rund 15 Monate nach der Katastrophe hat der für die Untersuchung zuständige Sicherheitsrat der Niederlande am 13. Oktober 2015 den finalen Ermittlungsbericht veröffentlicht. Darin hieß es unter anderem, dass die Maschine mit einer Buk-Rakete abgeschossen worden war. Am gleichen Tag präsentierte der Buk-Hersteller Almaz-Antey die Ergebnisse eigener Untersuchungen, bei denen sogar als Experiment ein ausgedientes Passagierflugzeug mit einer Rakate gesprengt worden war. Am 28. September dieses Jahres will die niederländische Ermittlungskommission in einem neuen Bericht den Startort der Rakete nennen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Neue MH17-Enthüllungen: AntiBellingcat legt nach
    MH17-Absturz: Ermittler geben Ende September vorläufige Ergebnisse bekannt - Medien
    Fehler bei Fla-Übung in Ukraine als Ursache des Boeing-Unglücks?
    Biden bezeichnet Russland als „größte Bedrohung für Amerika“
    Tags:
    Almaz-Antey, Russland, Ukraine