13:37 31 März 2020
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    99,8 Prozent der bosnischen Serben der Republik Srpska in Bosnien-Herzegowina haben am Sonntag in einem Referendum für das Beibehalten ihres Nationalfeiertags am 9. Januar gestimmt, wie die Agentur „Televizija Republike Srpske“ unter Verweis auf die republikanische Wahlkommission meldet.

    Nach Auszählung von fast einem Drittel der Stimmen sprach sich die Mehrheit der Bürger für den Feiertag am 9. Januar aus. Mehr als 1,2 Millionen der bosnischen Serben nahmen an dem Referendum teil. Die muslimische Bevölkerung in Bosnien-Herzegowina reagierte darauf negativ. Der Anführer der bosnischen Muslime, Bakir Izetbegović, sagte dabei, die Volksbefragung werde keine weitergehenden Folgen haben.

    Das Verfassungsgericht in Sarajevo hatte zuvor sowohl den Feiertag als auch das Referendum darüber verboten. In Bosnien wird befürchtet, dass dieser Volksentscheid eine Art Generalprobe für ein Referendum über den Austritt der Republika Srpska aus Bosnien-Herzegowina sein könnte.

    Zuvor hatte der serbische Außenminister Ivica Dačić gesagt, dass die Erklärung des Ex-Kommandeurs der bosnischen Armee, Sefer Halilović, über die Vernichtung der Republika Srpska die größte Drohung gegen Frieden und Stabilität in der Region sei. Dazu sagte auch der Präsident der Teilrepublik, Milorad Dodik, dass eine militärische Operation der bosnischen Behörden gegen die Republika Srpska zu einem sofortigen Austritt aus Bosnien-Herzegowina führen werde.

    Am 9. Januar 1992 hatten die bosnischen Serben ihren eigenen Staat „Republika Srpska“ innerhalb Bosnien-Herzegowinas ausgerufen. Das löste den jahrelangen Bosnienkrieg aus, der mindestens 100.000 Menschen das Leben kostete und Millionen Menschen vertrieb.

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    Tags:
    Referendum, Ivica Dačić, Bakir Izetbegovic, Milorad Dodik, Republika Srpska, Bosnien-Herzegowina