17:47 08 April 2020
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    Die jüngsten Terroranschläge in Europa haben die Öffentlichkeit deutlich schockiert und auch ihren Alltag verändert. Aber schon zuvor waren die Konsequenzen des Terrorismus in der Gesellschaft spürbar, z.B. durch die Einführung von neuen Sicherheitsmaßnahmen.

    1. Vorsichtiges Fliegen ist angesagt

    Nagelscheren, Einwegrasierer, Taschenmesser, Benzinfeuerzeuge, Sprühdosen, Flüssigkeiten und Kosmetik (wenn das Volumen mehr als 100 Milliliter beträgt) – all das darf schon seit langer Zeit nicht mehr im Handgepäck mitgenommen werden.

    Längere Sicherheitskontrollen vor dem Flug gehören auch zur Normalität. Wer in die USA reist, muss seit 2004 unter anderem seinen Fingerabdruck abgeben.

    2. Abgesagte Veranstaltungen wegen Terrorgefahr

    Kurz nach Terroranschlägen herrscht meist besondere Vorsicht bei Massenveranstaltungen. Manchmal führt das dazu, dass diese sogar abgesagt werden, um mögliche Gefahren zu vermeiden.

    So war das beispielsweise dieses Jahr beim Karneval in Braunschweig der Fall. Damals hatten die Stadtbehörden von Hinweisen auf einen geplanten Anschlag gesprochen. Zwar hatte sich die Quelle im Endeffekt als schwach erwiesen, aber das Fest war zu dem Zeitpunkt bereits abgesagt.

    3. Neue Sicherheitsvorkehrungen bei großen Ereignissen

    Das beste Beispiel ist hier wohl das Münchner Oktoberfest. Dort gilt erstmals ein Rucksackverbot: Rucksäcke und große Taschen, die mehr als drei Liter fassen, dürfen nicht mehr auf das Festivalgelände mitgenommen werden. Außerdem gibt es nun einen Zaun, der verhindern soll, dass Sicherheitskontrollen umgangen werden.

    4. Polizei immer öfter dabei

    Eine verstärkte Polizeipräsenz gehört nun auch oft zur Realität bei diversen Veranstaltungen. Ebenso an touristisch relevanten Orten wie Flughäfen und Bahnhöfen ist die Aufstockung des Polizeiaufgebots nicht unbemerkt an den Menschen vorübergegangen. Solch eine Polizeibegleitung trägt unter anderem psychologisch dazu bei, dass Besucher sich mehr in Sicherheit fühlen.

    5. Schengen nicht mehr so offen wie früher

    Zwar ist der Schengen-Raum eigentlich offiziell offen geblieben, doch an manchen Grenzübergängen zwischen den EU-Staaten wurden verstärkte Kontrollen eingeführt. So werden von der Polizei Autos gestoppt und Züge durchsucht – absolutes Normalbild für das heutige Europa. Auf diese Weise wollen einige Länder eingeschleusten Terroristen unter Flüchtlingen den Weg sperren. Für Reisende bedeuten diese Maßnahmen jedoch Stress und längere Wartezeiten bei Grenzübergängen.

    6. Verschärfte Sicherheitsgesetze – eingeschränkte Bürgerrechte

    Die deutschen Sicherheitsgesetze werden seit den Anschlägen von 2001 in New York regelmäßig verschärft. Auch 2016 war keine Ausnahme: Der Bundestag beschloss ein weiteres Anti-Terror-Paket. Das Paket sieht einen verbesserten Austausch von Geheimdienstdaten mit ausländischen Kollegen vor. Außerdem muss beim Kauf einer Handy-Prepaid-Karte nun ein Ausweis vorgelegt werden.

    7. Schnellste Terrorwarnungen

    Neuigkeiten gibt es, was die Benachrichtigung der Bürger über mögliche Terrorbedrohungen und andere Gefahren betrifft. So startet in Hannover z.B. die Smartphone-App KATWARN, durch die die örtlichen Behörden die Bewohner über herausragende Notfallsituationen informieren werden.

    8. Keine unbegrenzte Bargeldzahlung

    Und was nun? Künftig könnte ein Limit für Bargeldzahlungen eingeführt werden. Die Bundesregierung hatte noch im Februar des laufenden Jahres vorgeschlagen, solche Operationen auf 5.000 Euro zu begrenzen.

    Fazit

    Jeder Terroranschlag hinterlässt seine Spuren in der Gesellschaft. Das glaubt jedenfalls der russische Ökonom und Soziologe Wladislaw Inosemzew. Ihm zufolge merken sich die Menschen einen bestimmten Tatort, was bestimmte Konsequenzen für den Alltag hat.

    „Nach den Pariser Anschlägen vom November mussten Hotelbesitzer im Dezember ihre Preise um 35-40 Prozent reduzieren, um ihre Unterkünfte genauso wie früher zu belegen. 2001 verringerte sich der Passagierumsatz der New Yorker Flughäfen um 16 Prozent. Insgesamt fehlten der Flugindustrie 90 Millionen Passagiere“, erläuterte der Wissenschaftler.

     

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    Tags:
    Alltag, Sicherheitsvorkehrungen, Sicherheit, Terrorismus, Europäische Union, Deutschland