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    Eine Mars-Kolonie (Symbolbild)

    Das lässt Elon Musk bei seiner Mars-Kolonie außer Acht: Russische Experten klären auf

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    Nachdem SpaceX-Chef Elon Musk seine Pläne für eine Mars-Kolonie bekannt gemacht hat, loben russische Experten seinen Enthusiasmus, erläutern aber, warum das Projekt vorerst wenig realistisch wirkt.

    Nach Ansicht des russischen Raumfahrers Walerij Tokarew ist ein bemannter Mars-Flug im Moment kaum umsetzbar. Tokarew sagte der Onlinezeitung vz.ru: „Wir haben das wichtigste Problem nicht gelöst. Es geht darum, wie die Menschen vor der kosmischen Strahlung geschützt werden sollen. Außerdem kommt die Frage auf, wie sich eine Kolonie versorgen lässt. Vorerst haben wir ja niemanden, abgesehen von Robotern, zum Mars geschickt. Es gibt einfach keine Angaben, wie man auf diesem Planeten leben soll.“ 

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    Die Raumfahrt habe sich innerhalb der ersten zehn Jahre revolutionär entwickelt. Seitdem könne sich die Menschheit von der erdnahen Umlaufbahn kaum loslösen: „Zwar gab es einen Durchbruch auf den Mond, doch er war kurzfristig.“

    „Elon Musk ist zweifelsohne ein genialer Mann. Man muss seinen Ideen gerecht werden – ebenso wie der Tatsache, dass er solche Weiten ins Visier nimmt. Doch für die nächsten 15 bis 20 Jahren gibt es eine gewisse Skepsis in Bezug auf seine Pläne. In 30 bis 40 Jahren ist alles möglich“, so Tokarew.

    Musk hatte soeben angekündigt, er wolle binnen 40 bis 100 Jahren mehr als eine Million Menschen auf den Mars schicken, damit sie dort eine Kolonie gründen. Für diese Zwecke sollen Raumschiffe mit einer Nutzlastkapazität von 450 Tonnen entwickelt werden. Jedes solche Raumschiff soll mindestens 100 Passagiere transportieren. Das Projekt soll zum Teil aus SpaceX-Gewinnen finanziert werden. Musk will all seine Ersparnisse investieren und rechnet auch mit Spenden.

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    Der russische Raumfahrt-Experte Iwan Moissejew sieht schwarz für das Projekt. „Dort gibt es keine Lebensmöglichkeiten – Musk wird die Kolonie ständig versorgen müssen. Außerdem übertrifft die Geldsumme, die dafür erforderlich wäre, die Möglichkeiten der gesamten Menschheit. Musk ließ dieses Moment, gelinde gesagt, außer Acht, indem er Mittel durch Crowdfunding sammeln will“, kommentierte Moissejew für vz.ru.

    Im Hinblick auf technische Schwierigkeiten sagte er: „Musk hat das Wichtigste nicht angegeben, und zwar die Parameter des Raumschiffes. Er rechnet mit einem geschlossenen Lebenserhaltungssystem: Alles, was die Menschen an Bord produzieren, sollen sie also zurückbekommen. Vorerst beträgt der Rekord in dieser Hinsicht 30 Prozent – die Chinesen konnten drei Monate durchhalten. In Amerika gab es das Projekt Biosphäre, doch lebten die Menschen zwei Jahre lang in einem solchen Zyklus. Das war aber eine riesige Konstruktion, die sich nicht ins All befördern lässt.“

    „Aus meiner Sicht hat Musk eine Vielzahl kritischer Fragen außer Acht gelassen, ohne die ein Flug unmöglich ist. Selbst wenn es nur um einen Hinflug geht, muss diese Kolonie – das sage ich noch einmal – ständig versorgt werden, wobei die Transportkosten zum Mars fantastisch sind“, so der Experte weiter. 

    „Ein Mars-Flug wird eher nach der Errichtung einer Basis auf dem Mond möglich sein. Denn von der Erde aus ist es äußerst schwierig, das zu tun. Nicht weil die Raketen schlecht sind, sondern wegen der physikalischen Gesetze“, sagte Moissejew.

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    Elon Musk, Mars, Weltraum