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03:02 20 Juli 2019
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    Rodrigo Duterte mit phlippinischen Militärs

    „Wie Hitler Juden massakrierte“: Duterte will Holocaust für Drogenabhängige

    © REUTERS / Erik De Castro
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    Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat den Holocaust als Vorbild für seinen Feldzug gegen die Drogenkriminalität im Land genannt.

    „Hitler hat drei Millionen Juden massakriert (…) hier sind drei Millionen Drogenabhängige. (…) Ich würde sie gerne umbringen“, sagte Duterte am Freitag in der südphilippinischen Stadt Davao.

    Die philippinische Regierung schätzte die Zahl von Drogenabhängigen im Land auf drei Millionen ein. Dem Holocaust fielen Historikern zufolge zwischen 5,6 und 6,3 Millionen Juden zum Opfer.

    Duterte ist als Hardliner bekannt. Kurz nach seinem Amtsantritt Ende Juni hatte der neue Staatschef die Bevölkerung dazu aufgerufen, Drogenabhängige eigenhändig umzubringen. Nun beschrieb er den Vorgang: Er wolle der Drogenkriminalität Verdächtige ertränken und mit ihnen die Fische in der Bucht von Manila mästen. Drogendealern drohte er den Tod durch den Strang an, weil er keinen Strom verschwenden wolle.

    Der philippinische Präsident sagte, Hitler habe unschuldige Menschen ermorden lassen. Sein Kampf richte sich dagegen gegen Leute, die „alle Verbrecher“ seien. Sie loszuwerden würde „das (Drogen- — Anm. d. Red.) Problem in meinem Land beenden“.

    Noch in seiner Wahlkampagne hatte er angekündigt, als Präsident die Todesstrafe auf den Philippinen wieder einzuführen und der Polizei zu erlauben, Kriminelle gezielt zu erschießen. Nach Polizeiangaben sind bereits mehr als 600 mutmaßliche Dealer ermordet worden.

    Duterte, dessen Reden fast immer von Flüchen und Schimpfwörtern durchzogen sind, hat schon oft wüste Bedrohungen gegen Rauschgiftkriminelle ausgestoßen. Er bezeichnet das als Teil einer Abschreckungstaktik, Menschen vom Drogenkonsum abzuhalten.

    Anfang September hatte Duterte bei einer Pressekonferenz vor seiner Reise zum Ostasien-Gipfel in Laos geäußert, dass er vom US-Präsidenten Barack Obama keine Belehrungen in Bezug auf die Einhaltung der Menschenrechte hören wolle. „Ich bin Präsident eines souveränen Staates und wir sind seit langem keine Kolonie mehr. Das philippinische Volk ist meine einzige Autorität. Sie müssen Respekt zeigen. Putangina, ich werde dich beim Forum verfluchen“, sagte Duterte. „Putangina“ bedeutet auf Tagalog „Hurensohn“. Am selben Tag beschimpfte er auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon als Dummkopf, da dieser sich ebenfalls wegen der Menschenrechtsverstöße im Land besorgt zeigte.

    2015 hatte Duterte auch den Papst einen Hurensohn genannt, weil er bei dessen Besuch in Manila stundenlang im Stau stehen musste.

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    Tags:
    Opfer, Todesstrafe, Juden, Drogenhandel, Adolf Hitler, Rodrigo Duterte, Philippinen