22:06 25 April 2019
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    Referendum über das Nationalfeiertag in der Republik Srpska

    USA wollen Scharia-Staat aus Bosnien machen – Ex-Vize-Präsident der Republik Srpska

    © REUTERS / Dado Ruvic
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    Die politischen Tumulte nach dem Referendum über den Nationalfeiertag in der Republik Srpska in Bosnien-Herzegowina zeugen davon, dass die USA konsequent ihr Ziel verfolgen, einen unitären muslimischen Scharia-Staat aus Bosnien-Herzegowina zu machen, wie der frühere Vize-Präsident der Republik Srpska, Emil Vlajki, gegenüber Sputniknews sagte.

    Vlajki betrachtet die Ereignisse in Bosnien aus der Perspektive eines „neuen Kalten Krieges“ und meint, dass die Gründe für ein Verbot des Referendums und des Feiertages durch das Verfassungsgericht in Sarajevo gar nicht damit verbunden seien, ob die Republik Srpska den 9. Januar feiert oder nicht.

    Es ist doch die Republik Srpska unter der Führung des Präsidenten Milorad Dodik, die Bosnien-Herzegowina daran hindert, der Nato beizutreten, betonte der Ex-Vizepräsident der Republik. Das Verfassungsgericht gehe bloß einer Verordnung „von außen“ nach, die es bezwecke, Dodik aus der Politik wegzujagen und dadurch den Weg in die Allianz für Bosnien-Herzegowina frei zu machen.

    Deswegen ist es Vlajki zufolge nicht verwunderlich, dass der Westen auf die streitlustige Rhetorik des Anführers der bosnischen Muslime, Bakir Izetbegović, nicht reagiert, der Dodik ein Schicksal Gaddafis und Husseins voraussagt.

    Die USA betreiben dabei gefährlichere Dinge als ein Diktat dessen, wie Sarajevo mit der Republik Srpska umgehen soll, meinte der frühere Politiker. Es gehe vielmehr um eine Islamisierung des Balkans.

    „Seit 1992 helfen sie den Muslimen und haben Mudschahedin in die Region gebracht. Sie haben deren Waffentransporte über Kroatien erlaubt“, sagte Vlajki. „Mir liegen Dokumente vor, die beweisen, dass der kroatische Präsident Franjo Tudman darüber entsetzt war, dass er jene Menschen und Güter über die Grenze durchlassen musste. Aber er konnte nicht umhin. Er hatte Angst, die Unterstützung der USA zu verlieren“.

    Die Situation auf dem Balkan wird kaum ein friedliches Ende nehmen, meinte er weiter:

    „Das Endziel der USA ist es, einen unitären Staat aus Bosnien zu schaffen, der muslimisch und von der Scharia geprägt sein soll. Sie werden dieses Ziel nicht aufgeben“.

    In Bosnien-Herzegowina befinden sich derzeit bis zu 100.000 Wahhabiten, die dermaßen islamisiert seien, dass sie ein passendes Instrument für Provokationen im Land darstellen, meinte Vlajki.

    „Ich schließe nicht aus, dass im Fall von möglichen Provokationen die Regierung in Sarajevo die Nato sich einzumischen einladen wird – für die Stabilisierung der Situation“.

    Die bosnischen Serben der Republik Srpska in Bosnien-Herzegowina haben am 25. September in einem Referendum mehrheitlich für das Beibehalten ihres Nationalfeiertages am 9. Januar gestimmt. Das Verfassungsgericht in Sarajevo hatte zuvor sowohl den Feiertag als auch das Referendum darüber verboten. In Bosnien wird befürchtet, dass dieser Volksentscheid eine Art Generalprobe für ein Referendum über den Austritt der Republika Srpska aus Bosnien-Herzegowina sein könnte.

    Am 9. Januar 1992 hatten die bosnischen Serben ihren eigenen Staat „Republika Srpska“ innerhalb Bosnien-Herzegowinas ausgerufen. Das löste den jahrelangen Bosnienkrieg aus, der mindestens 100.000 Menschen das Leben kostete und Millionen Menschen vertrieb.

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    Tags:
    Muslime, Referendum, NATO, Milorad Dodik, Bakir Izetbegovic, Balkan, Republika Srpska, Sarajevo, Bosnien-Herzegowina, USA