21:20 06 Dezember 2019
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    Ein Sojus-Raumschiff

    ISS: Nasa erwägt Kauf von „Tickets“ für russische Raketen

    © NASA . Scott Kelly
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    Die US-Raumfahrtbehörde Nasa zieht intern einen möglichen Kauf von zusätzlichen Sitzen bei russischen Sojus-Raumschiffen in Betracht, um US-Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS bringen zu können, schreibt der Technologie-Blog „Ars Technica“ unter Berufung auf eine Quelle der US-Behörde.

    Der US-Kongress, der unlängst ein privates US-Raumfahrtprogramm komplett finanziert habe, werde jedoch darüber nicht besonders glücklich sein, heißt es im Artikel.

    Die Nasa gibt der Webseite zufolge die Hoffnung nicht auf, dass Boeing und SpaceX mindestens ein eigenes bemanntes Raumschiff bis Anfang 2018 bauen können. Denn zuvor habe Boeing  4,2 Milliarden US-Dollar für die Entwicklung eines neuen Schiffes bekommen. SpaceX seien dafür 2,6 Milliarden bereitgestellt worden.

    Doch Boeing habe wegen Zeitmangels ihr Projekt schon jetzt auf eine späteren Termin verschoben. Insbesondere nach dem jüngsten Zwischenfall mit der Falcon-9-Rakete von SpaceX scheine eine Verzögerung der Inbetriebnahme des neuen Raumschiffes „Dragon“ unvermeidlich.

    Der Administrator der Nasa, Charles Bolden, soll zuvor mehrmals unterstrichen haben, er sei es schon leid, sich immer auf Russland verlassen zu müssen, um US-Astronauten zur ISS zu bringen, und hoffe auf eine baldige Rückkehr von bemannten Raumflügen auf den US-amerikanischen Boden.

    Bei Nasa spricht man, so die Webseite, inzwischen schon von weiteren Verzögerungen, was den Verzicht auf die russische Unterstützung unmöglich mache. Der Vertrag der Nasa mit der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos zur Beförderung von US-Astronauten zur Internationalen Raumstation ISS laufe Ende 2018 ab. Dabei müsse die Nasa die Besprechungen mit Roskosmos so schnell wie möglich aufnehmen, da der Bau von neuen Sojus-Schiffen notwendig sein könnte.

    Ein Sitz in der Sojus-Rakete kostet die Nasa dem Portal zufolge 81,9 Millionen US-Dollar. Für 2018 habe die US-Raumfahrtbehörde gleich sechs Sitze bezahlt.

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    Tags:
    ISS, Sojus-Raumschiff, NASA, USA, Russland