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    Situation in Syrien (2016) (851)
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    Die siebenjährige Bana Alabed aus Aleppo verleiht dem Schrecken des Krieges einen individuellen Ausdruck auf Twitter. Sie appelliert für ein Ende des Blutvergießens und nennt die Hauptverantwortlichen für den Konflikt im Land – in makellosem Englisch mit einigen Metaphern. Ist es wirklich ein junges Mädchen, das diese Beiträge verfasst?

    Was bereits bei einigen Internet-Usern Zweifel aufkommen lässt, wird durch einen kleinen Fehler plötzlich verstärkt: Eines der von ihr geposteten Fotos soll nämlich in Homs, und nicht in Aleppo aufgenommen worden sein.

    Der Twitter-Account @AlabedBana ist am 24. September registriert worden. Aber gehört dieser wirklich dem mysteriösen, sieben Jahre alten Mädchen, das perfekt Englisch spricht und in so jungen Jahren schon eine derartige (westliche) Haltung angenommen hat?

    ​Medienberichten zufolge hilft die Mutter der Siebenjährigen beim Schreiben der Tweets. Sie habe vor dem Konflikt als Englischlehrerin gearbeitet. Internet-User werfen Banas Mutter jedoch vor, ihr Kind als Propagandamittel einzusetzen.

    Wirft man einen Blick auf die Tweets des Mädchens, insgesamt 436 seit der Eröffnung des Accounts, bekommt man einen Einblick in die schrecklichen Erfahrungen, die das Kind während des Syrien-Konfliktes machen musste. Die Kleine hatte offensichtlich kein Problem damit, ihre Eindrücke in dem sozialen Netzwerk zu teilen. 44.000 Menschen folgen dem Mädchen auf Twitter.

    In ihren Beiträgen appelliert das Mädchen für Frieden in Syrien und beklagt den Beschuss, der mittlerweile häufiger als Regen komme: „Ich brauche Frieden“, schreibt Bana. „Menschen sterben wie Fliegen. Die Bomben fallen wie Regen.“

    ​Die Kleine veröffentlicht auch Videos, in denen man Explosionen und Schreie hören kann.

    „Ich habe Angst zu sterben. Diese Bomben werden mich umbringen“, schreibt das Kind. Sie würde gerne später einmal als Lehrerin arbeiten.

    „Hallo Aleppo. Ich lese, um den Krieg zu vergessen“, twittert das Mädchen. Dieser Post wurde knapp 3500 Mal geteilt.

    ​Aber dann stolpert man über einen kleinen Fehler – und plötzlich hinterfragt man die ganze Geschichte: Eines der Bilder war anscheinend in Homs aufgenommen worden, und nicht in Aleppo. Hat diese dramatische Leidensgeschichte vielleicht jemand ansatzweise erfunden?

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