02:12 07 Dezember 2019
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    Ein zweiter „Snowden“? NSA-Mitarbeiter soll Spionage-Codes gestohlen haben

    © AFP 2019 / Joshua LOTT
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    Das FBI hat den Angestellten einer Vertragsfirma der US-Agentur für nationale Sicherheit (NSA) verhaftet, der unter Verdacht steht, geheime Software-Codes, mit denen die NSA bei ihrer Cyberspionage in Computersysteme anderer Staaten eindringt, an Dritte weitergegeben zu haben, wie die Zeitung The New York Times am Donnerstag berichtet.

    Der Mitarbeiter des Unternehmens „Booz Allen Hamilton“, Thomas Martin, war demnach bereits im August 2016 festgenommen worden. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme war der IT-Experte schon für das Pentagon tätig.  Wie sein Nachbar gegenüber der Zeitung sagte, hatten Dutzende bewaffnete FBI-Beamte am 27. August die Wohnung von Marin durchsucht und ihn in Handschellen aus der Wohnung gebracht.

    Wie aus den bei Gericht eingereichten FBI-Unterlagen hervorgeht, wurden in Auto und Wohnung von Martin mehrere geheime Akten sowie Dutzende elektronische Datenträger gefunden. Es stellte sich auch heraus, dass der IT-Experte geheime Daten ins Netz gestellt hatte, darunter auch geheime Software-Codes.

    Ob Martin das Material an ausländische Geheimdienste oder Hacker-Gruppen weitergegeben hat, ist bisher noch unklar. Obwohl der Computerspezialist beim ersten Verhör seine Beteiligung an der Entwendung der geheimen Akten abgestritten hatte, gab er später zu, er sei im Bilde, dass er kein Recht auf Besitz dieser Dokumente habe.

    Das Justizministerium veröffentlichte Informationen über den Marin-Fall erst, nachdem The New York Times die Behörden über die Absicht informiert hatte, einen Artikel über Martin erscheinen zu lassen.   

    Laut Martins Rechtsanwälten gibt es bisher keine Beweise dafür, dass der IT-Experte einen Staatsverrat geplant habe. Er liebe er sein Land und seine Familie, hieß es von den Verteidigern.

    Für dasselbe Unternehmen wie Martin war auch Snowden tätig gewesen, als er im Jahr 2013 mit NSA-Geheimakten flüchtete. Eine Reihe von Geheimdokumenten über Ausspähaktivitäten der USA und Großbritanniens hatte er dann den Zeitungen „Washington Post“ und „The Guardian“ übergeben.

    Er brachte unter anderem ans Licht, dass US-Geheimdienste das private Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört hatten. Danach flüchtete er zuerst nach Hongkong, dann nach Moskau. Russland gewährte dem Whistleblower einjähriges Asyl. Im August 2014 wurde die Aufenthaltsgenehmigung für Snowden um drei Jahre verlängert.

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    Tags:
    Entwendung, Dokument, Cyberspionage, The Guardian, Washington Post, FBI, NASA, Booz Allen Hamilton, The New York Times, Thomas Martin, Edward Snowden, USA