12:52 17 November 2018
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    Das Haus in Leipzig, in dem Dschaber al-Bakr festgenommen war

    Augenzeugenbericht: „Mein Wochenende mit dem Bombenbastler von Chemnitz“ - Medien

    © AFP 2018 / John MacDougall
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    Der mutmaßliche IS-Terrorist Dschaber al-Bakr ist schon am Samstag nach Leipzig angekommen, um dort nach Übernachtungsmöglichkeiten zu suchen, wie der Syrer Mohammed A., der den Mann gemeinsam mit Freunden überwältigt hatte, gegenüber der „Bild“-Zeitung sagte.

    Der 22-Jährige hat demnach in einem Online-Netzwerk für syrische Flüchtlinge geschrieben, er suche dringend eine Unterkunft und befinde sich am Leipziger Hauptbahnhof.

    „Wir sind dann hingefahren und haben ihn mitgenommen. Wir waren erst bei einem Freund in dessen Wohnung, haben dort Reis mit Lammfleisch gegessen. Dann sind wir zu einem anderen Kumpel gefahren, weil es dort mehr Platz gab. Dort hat der Terrorist übernachtet“, so Mohammed A. Am Sonntag habe er Al-Bakr dann auf dessen Wunsch die Haare abgeschnitten.

    Al-Bakr habe dem Syrer und seinem Freund erzählt, er sei gerade erst aus Syrien angekommen, hätte in Leipzig Aussicht auf einen Job. Doch man habe ihm nicht geglaubt, zumal die beiden Syrer aus Leipzig im Laufe des Tages schon auf Fahndungsaufrufe nach dem flüchtigen Terroristen bei Facebook gestoßen waren.

    Als Al-Bakr sich am Sonntagabend schlafen legte, hätten sie dann ein Foto von ihm auf Facebook gepostet und mit anderen Syrern diskutiert, ob er der gesuchte Terrorist sei, hieß es im „Bild“-Bericht weiter. Dann hätten sie ihn mit mehreren Verlängerungskabeln gefesselt und die Polizei informiert.

    Am Samstag hatte die Polizei bei der Durchsuchung einer Wohnung in Chemnitz wegen eines angeblich geplanten Anschlags Spuren von Sprengstoff entdeckt. Auf der Suche nach dem mutmaßlichen Sprengstoffattentäter nahmen die Ordnungskräfte am Hauptbahnhof Chemnitz drei Personen fest, die mit dem tatverdächtigen Syrer in Kontakt gestanden haben sollen.

    Der Verdächtige Dschaber al-Bakr ist seit längerem vom Verfassungsschutz in Köln beobachtet worden und steht im Verdacht, einen Sprengstoff-Anschlag auf einen deutschen Flughafen geplant zu haben. Laut Sachsens Innenminister Markus Ulbig war al-Bakr am 19. Februar 2015 in München registriert, der von ihm im Juni 2015 gestellte Asylantrag ist auf drei Jahre bewilligt worden.

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    Tags:
    Bericht, Augenzeuge, Terrorist, Dschaber al-Bakr, Leipzig, Chemnitz, Deutschland