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23:03 22 Oktober 2019
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    Jesidische Frau im von IS-Terroristen besetzten Nordirak.

    IS auf Vernichtungsfeldzug: Tausende Jesidinnen in Sex-Gefangenschaft – Amnesty

    © AP Photo / Maya Alleruzzo
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    Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hält weiterhin mehr als 3.000 Frauen und Mädchen als Sexsklavinnen gefangen. Die meisten von ihnen sind Jesidinnen, wie das Nachrichtenportal „news.ru“ berichtet.

    Die internationale Staatengemeinschaft unternehme keine sichtbaren Anstrengungen, um den Jesiden zu helfen, mahnt die Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“ laut dem Nachrichtenportal.

    Bei ihrem jüngsten Besuch im irakischen Kurdistan im August dieses Jahres hätten Organisationsmitarbeiter mit Jesidinnen gesprochen, die aus der IS-Gefangenschaft geflohen oder von Verwandten freigekauft worden seien. Wegen des monströsen Leids, das ihnen angetan worden sei, seien einige von ihnen am Rande des Selbstmords gewesen, berichten die Amnesty-Experten. Für viele jesidische Frauen und Mädchen sei jede Hilfe zu spät: Sie haben laut Augenzeuginnen die Vergewaltigungen und Foltern nicht ausgehalten und Suizid begangen, schreibt das Nachrichtenportal.

    Jesidin aus sexueller IS-Gefangenschaft befreit – VIDEO Sputnik Exklusiv

    „Die unvorstellbaren Qualen jesidischer Frauen und Mädchen in der IS-Sklaverei geben einen Einblick in die andauernden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von der Terrormiliz verübt werden“, heißt es laut dem Nachrichtenportal in einer offiziellen Amnesty-Mitteilung. „Viele Frauen und Mädchen wurden mehrfach vergewaltigt, geschlagen und gefoltert. Wegen dieses Horrors sind sie traumatisiert und leiden seelische Qualen“, so die Menschenrechtler.

    Viele Augenzeuginnen hätten berichtet, dass ihnen die Kinder weggenommen worden seien. Jungen ab sieben Jahren seien weggenommen worden, um ihnen „den Kopf zu waschen“ und sie zu Dschihadisten zu machen. Mädchen ab neun Jahren seien als Sexsklavinnen gehandelt worden.

    Nach Einschätzung lokaler Politiker, Menschenrechtsaktivisten und Ärzten hält der IS nach wie vor rund 3.800 Frauen und Kinder in Gefangenschaft. Tausende Jesidinnen sind verschollen, viele von ihnen sind möglicherweise schon tot.

    Die Syrien-Kommission der Vereinten Nationen habt das Vorgehen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ gegen die jesidische Bevölkerung Syriens und Iraks im vergangenen Sommer als Völkermord eingestuft. Der IS verübt regelmäßig Morde, Vergewaltigungen, Entführungen und andere Verbrechen gegen die jesidische Bevölkerung. Das Ziel der Terroristen sei die gänzliche Vernichtung der Jesiden, die Auslöschung ihrer Identität, so die Vereinten Nationen laut dem Nachrichtenportal.

    Die Jesiden sind die erste Ethnie, die Massakern des IS zum Opfer gefallen ist, betont die UNO. „Den Jesiden wird unvorstellbares Leid angetan“, heißt es im UN-Bericht. Es gebe keine andere Religionsgemeinschaft auf dem Territorium Syriens und Iraks, gegen die der IS einen derartigen Vernichtungsfeldzug gestartet habe.

    Heute werden je nach Quelle bis zu zwei Millionen Jesiden gezählt. Sie leben größtenteils in Syrien, Irak, Armenien, Georgien und Russland. Als ihre ursprüngliche Heimat gilt die irakische Provinz Sindschar. In dieser Provinz verübte der IS im August 2014 ein Massaker an den Jesiden, die sich geweigert hatten, zum Islam zu konvertieren. Mehr als 350.000 Jesiden sind auf der Flucht, rund 70.000 von ihnen verstecken sich in den Bergen.

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    Sexsklaverei, Jesiden, Terrormiliz Daesh