06:48 25 November 2017
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    Ein GefängnisMit diesem Foto fahndete die Polizei nach Jschaber al-Bakr

    Suizid in JVA: „Wie konnte das passieren?“ – neue Details von al-Bakrs Anwalt

    © Foto: Pixabay © AP Photo/ Christian Zander
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    Der syrische Terrorverdächtige Jaber Al-Bakr hat sich in der Nacht auf Mittwoch in seiner Zelle der JVA Leipzig erhängt. Wie es dem mutmaßlichen Terroristen gelang, sich erst der Polizei zu entziehen, dann Landsleute zu belasten und sich am Ende – vermutlich mit einem T-Shirt – noch selbst zu töten? Die Sicherheitsbehörden geraten in die Kritik.

    Der mutmaßliche syrische Bombenbastler von Chemnitz, Jaber al-Bakr, hat in seiner Zelle in der Leipziger JVA Suizid begangen. Das  bestätigte das sächsische Justizministerium noch am späten Mittwochabend. Demnach galt er als ein „der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ Hauptverdächtiger.

    ​ Medienberichten zufolge soll er nach seiner Inhaftierung die Syrer, die ihn aufgegriffen, gefesselt und der Polizei übergeben hatten, als „Mitwisser“ belastet haben. Bereits in der JVA soll er Steckdosen ausgebaut, Lampen zerschlagen und in Hungerstreik getreten sein. Zum Selbstmord nutzte er nach jüngsten Angaben des MDR Sachsen ein T-Shirt.

    ​ Seit der Nacht auf Donnerstag steht nun die Frage im Raum: „Wie konnte das passieren?“ Gegenüber dem MDT-Sachsen sowie n-tv äußerte sich auch der Pflichtverteidiger al-Bakrs, Alexander Hübner, und spricht von einem Justizskandal. Das Suizid-Risiko seines Mandanten sei bekannt gewesen. „Ich bin fassungslos, da ich davon ausgegangen bin, dass mein Mandant – jedenfalls zur Zeit – als einer der bestbewachtesten Gefangenen in Deutschland gelten konnte."  Für Hungerstreikende und Suizidgefährdete gebe es allein auf Grund der Gesamtumstände besonders gesicherte Haftumstände, so Hübner: „Da gibt es besonders gesicherte Hafträume in den JVAs, die auch mit Kameras bewacht sind. So etwas in der Art hätte ich mir jetzt vorgestellt. Aber anscheinend hat das nicht stattgefunden.“


    Der Anwalt will noch am Nachmittag mit dem JVA-Leiter telefoniert haben, wobei dieser ihm versichert habe, dass sein Mandant ständig beobachtet werde. Wie die „Bild“-Zeitung noch in der Nacht recherchiert haben will, soll der Syrer jedoch tatsächlich nur einmal pro Stunde kontrolliert worden sein.

    ​Genauere Details will das sächsische Justizministerium in Dresden am Donnerstag um 11 Uhr auf einer Pressekonferenz veröffentlichen. 
     
    Al-Bakr soll möglicherweise einen Anschlag auf einen Berliner Flughafen geplant haben, die Fertigstellung offenbar dazu gebastelten Sprengstoffweste stand kurz bevor, wie die sächsische Polizei bei ihrer letzten Pressekonferenz am Montag mitteilte.
     
    Am Samstag hatte die Polizei bei der Durchsuchung einer Wohnung in Chemnitz wegen eines angeblich geplanten Anschlags Spuren von Sprengstoff entdeckt. Auf der Suche nach dem mutmaßlichen Sprengstoffattentäter nahmen die Ordnungskräfte am Hauptbahnhof Chemnitz drei Personen fest, die mit dem tatverdächtigen Syrer in Kontakt gestanden haben sollen.

     

    Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach Jaber al-Bakr
    © AP Photo/ Christian Zander
    Mit diesem Foto fahndete die Polizei nach Jaber al-Bakr

    Der Verdächtige Jaber al-Bakr ist seit längerem vom Verfassungsschutz in Köln beobachtet worden und steht im Verdacht, einen Sprengstoff-Anschlag auf einen deutschen Flughafen geplant zu haben. Laut Sachsens Innenminister Markus Ulbig war al-Bakr am 19. Februar 2015 in München registriert, der von ihm im Juni 2015 gestellte Asylantrag ist auf drei Jahre bewilligt worden.

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