06:12 19 September 2020
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    Am Montag hat das US-Magazin „Newsweek“ dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump vorgeworfen, eine Marionette zu sein, die „Putins Propaganda“ wiedergibt. Die meisten Mainstreammedien der USA griffen diese These auf, ohne einmal nach Beweisen zu recherchieren.

    Einer der wenigen, der sich gegen diese Theorie stellte, obwohl man ihn kaum als Trump-Unterstützer bezeichnen kann, war der mit dem Pulitzer-Preis gekrönte Journalist Glenn Greenwald. In einem Interview mit Sputnik sagte er, ihn habe es überrascht, dass „so viele vernünftige, kluge und normalerweise vorsichtige Journalisten“ diese Idee verbreiteten.

    „Es ist eine ziemlich hysterische McCarthy-Taktik: Jedem, der einem in der Politik nicht gefällt, jedem, den man als inländischen Gegner betrachtet, sollte vorgeworfen werden, dass er ein Werkzeug des Kremls ist. Und anschließend stellen sie Moskau und Russland als eine ernsthafte, fast existentielle Bedrohung für die Vereinigten Staaten dar“, so Greenwald.

    Dem Journalisten zufolge ermöglicht diese Methode den Mainstreammedien, andere Nachrichtenthemen unbemerkbar zu machen. Dies sei beispielsweise der Fall gewesen, als „Saudi-Arabien mit US-Waffen eine Beerdigungszeremonie in Jemen aus der Luft angriff, wobei 140 Menschen starben und 550 verletzt wurden“. „Das (Thema – Anm. d. Red.) bekam kaum Aufmerksamkeit“, betonte er.

    Laut Greenwald interessieren sich viele Reporter, die einen der Präsidentenkandidaten, vor allem die Demokratin Hillary Clinton, unterstützen, nicht mehr für Nachrichten, die ihr (Clinton – Anm. d. Red.) zu siegen nicht helfen würden. Was die russophobe Taktik betrifft, sei dies eine alte amerikanische Methode, die jedoch früher von den Rechten und Linken benutzt wurde.

    „Es ist einfach ironisch, dass die Demokraten dieses Spiel spielen, denn Jahrzehnte lang wurden sie selbst auf diese Weise dämonisiert“, sagte Greenwald abschließend.

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    Tags:
    Medien, Russophobie, Russland, USA