15:24 13 November 2019
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    Chemnitz: Polizei nimmt Bekannten des Terrorverdächtigen fest

    Bombenbastler von Chemnitz Al-Bakr soll sich in Deutschland radikalisiert haben

    © AFP 2019 / Hendrik Schmidt
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    Der tote Terrorverdächtige Jaber Al-Bakr soll nach seiner Ankunft in Deutschland von einem Berliner Imam einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein, berichtet Der Spiegel unter Berufung auf Al-Bakrs Bruder.

    Vor seiner Flucht aus Syrien 2014 sei Albakr unpolitisch gewesen. „Mein Bruder hat sich in Deutschland radikalisiert“, sagte Alaa Al-Bakr im Spiegel-Interview.

    In Berlin sei der Terrorverdächtige von einem Imam einer Gehirnwäsche unterzogen worden, erläuterte Alaa Al-Bakr. Der Imam habe den Mann unter anderem aufgefordert, zurück nach Syrien zu gehen, um dort zu kämpfen.

    Im September 2015 sei Jaber Al-Bakr somit über die Türkei nach Syrien gereist, wo er sich der Terrormiliz Daesh (auch IS, Islamischer Staat) angeschlossen habe. Er soll auch seiner Familie mitgeteilt haben, dass er nun für den IS kämpfe. Kurz darauf hätten die Angehörigen aber den Kontakt zu ihm abgebrochen.

    Dabei sei der Terrorverdächtige „irgendwann in den vergangenen beiden Monaten“ zurück nach Deutschland gekommen. Dass er einen Anschlag plante, könne sein Bruder jedoch nicht glauben.

    „Ich habe meinen Bruder erzogen. Er hätte niemals einen Anschlag begangen. Das ist eine Lüge“, sagte Alaa Al-Bakr.

    Der 22-jährige Syrer war am Mittwochabend, zwei Tage nach seiner Festnahme, in seiner Zelle in der JVA Leipzig erhängt aufgefunden worden. Er soll sich mit einem T-Shirt erhängt haben, wie sein Pflichtverteidiger Alexander Hübner sagte. Der Anwalt zeigte sich über den Selbstmord seines Mandanten schockiert und sprach von einem Justizskandal. Das Suizid-Risiko des Beschuldigten sei den Verantwortlichen der Justizvollzugsanstalt bekannt gewesen, weshalb der Inhaftierte ununterbrochen überwacht werden sollte. Bei einer Pressekonferenz am Donnertag teilte jedoch der Leiter der Leipziger JVA, Rolf Jacob, mit, dass bei dem Syrer keine Hinweise auf Selbstmordgefahr festgestellt wurden. Seine Zelle sei deswegen auch nur alle 15 und später lediglich alle 30 Minuten kontrolliert worden.

    Al-Bakr war am Montag in Leipzig festgenommen worden. Der mutmaßliche Bombenbauer soll laut Verfassungsschutz einen Sprengstoffanschlag auf einen Berliner Flughafen vorbereitet haben. Nach mehrtägiger Flucht konnte er in der Wohnung von syrischen Landsleuten in Leipzig aufgegriffen werden, die ihn in Fahndungsaufrufen erkannt, gefesselt und die Polizei verständigt hatten.

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    Terrorverdächtiger, Anschlag, Jaber al-Bakr, Syrien, Deutschland