12:42 03 April 2020
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    Kampf gegen den IS (813)
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    Der Vorschlag des UN-Syrien-Beauftragten Steffen de Mistura, einen Korridor für den Abzug der al-Nusra-Front aus Aleppo zu ermöglichen, zeigt die hohe Bedeutung dieser Stadt für die Regelung der Syrien-Krise, äußerte der Direktor des Teheraner Analytischen Forschungszentrums für internationale Beziehungen, Majid Zavari, in einem Sputnik-Interview.

    Angesichts eines sich vor Kurzem abgezeichneten Durchbruchs im Kampf gegen die Terrororganisationen in Syrien und der Befreiung einiger Gebiete versuchen die westlichen Medien alles in ihrer Macht Stehende, damit die Stadt doch nicht befreit werde, meinte Zavari. Um diese These zu bekräftigen, ging der Experte auf die Bedeutung der Stadt für den Anti-Terror-Kampf und die mögliche Zukunft der Terrorzellen im Fall einer Befreiung der Stadt ein.

    „Aleppo ist ein Knotenpunkt im Norden Syriens, der ihn mit der Zentralregion verbindet. Die Nähe zu der türkischen Grenze hat die Stadt zur Wirtschaftshauptstadt Syriens gemacht“, erklärte Zavari. Dies sei auch den Terroristen bekannt gewesen, weswegen sie so viel in die Kontrolle über die Stadt investiert haben. „Eine Befreiung Aleppos wird bedeuten, dass, erstens, Kontakte der Extremisten zu ihren Förderern in der Türkei abgebrochen werden, und zweitens, dass eine Befreiungsoffensive auf Idlib eröffnet werden kann“.

    Der syrische Präsidenten Baschar al-Assad werde einen Erfolg bei Aleppo dazu benutzen können, um in den Verhandlungen mit dem Westen die USA und Saudi-Arabien zu einem Umdenken ihrer Positionen zu bewegen. „Offensichtlich versucht die westliche Koalition eine Kräftekonstellation in Aleppo zu schaffen, damit sich die Gefechte in die Länge ziehen“. Allerdings wird auch eine Niederlage der Terroristen in Aleppo keine endgültige Ausrottung deren im Land bedeuten, zwar wegen der Ablehnung einer Kooperation mit Assad seitens der USA.

    In Syrien gibt es Zavari zufolge drei mögliche Szenarien für das Bestehen der Terrornetzwerke.

    „Das erste Szenario nenne ich ‚Tanz hinter dem Rückenʼ: Während die Terroristen ihre Kräfte in Syrien beibehalten und sogar vermehren, würden sie eine Attacke auf Saudi-Arabien planen. Auch al-Qaida würde diesen Plan unterstützen. Auf solche Weise kann eine terroristische Koalition entstehen, die eine wahre Gefahr für den Westen und die schiitische Welt darstellen würde“.

    Das zweite Szenario sieht dem Experten zufolge eine Modifikation der existierenden Terrororganisationen vor, bei der aus diesen zahlreiche einzelne terroristische Zellen entstehen würden. „Der Westen wird diese Kräfte kaum unter seiner Kontrolle halten können, besonders so, wie es heute der Fall ist. Somit würde eine reale Gefahr für die USA und ihre Verbündeten in der Region entstehen“.

    Laut dem dritten Szenario würde es zu Bruderzwisten zwischen einzelnen Terrorgruppen kommen, was noch mehr Chaos in der Region auslösen würde. „In Syrien kann in diesem Fall eine Situation ähnlich wie in Afghanistan entstehen, als die einst zurückgegangene Macht der Terroristen wieder aufflammte“.

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    Tags:
    Terrorismus, Terrormiliz Daesh, Al-Qaida, Aleppo, Teheran, Saudi-Arabien, Syrien, USA