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    „Unerklärte US-Sanktionen“: Simonjan zu Kontoauflösung von RT

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    Die Auflösung der RT-Konten in Großbritannien ist mit den geplanten aber unerklärten US-Sanktionen gegen Russland verbunden, denen sich Großbritannien, aber nicht die EU, anschließen wollte, wie RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan gegenüber der Onlinezeitung „Gazeta.ru“ sagte.

    „Wir können noch nicht einschätzen, wie sehr dies unsere Tätigkeit in Großbritannien beeinträchtigen wird“, sagte Simonjan und fügte hinzu, dass die Kontoauflösung mit der aktuellen Politik verbunden sein könne.

    „Das einzige, was einem hierzu einfällt, ist die Vermutung, dass das das Ganze eine Fortsetzung der berüchtigten, immer noch nicht erklärten Sanktionen ist, die die USA zusammen mit Großbritannien gegen Russland verhängen wollten und die die EU nicht unterstützte. Wir sehen keine anderen Gründe, da wir in den vielen Jahren der Zusammenarbeit nie Probleme mit der Bank gehabt haben“, so die RT-Chefredakteurin.

    Das Sperren der RT-Konten in Großbritannien hängt mit den jüngsten harten Erklärungen des Außenministers in London zusammen, sagte RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan in einem RIA-Novosti-Gespräch. „Die Leitung des TV-Senders will den Beschluss in internationalen Instanzen anfechten“, fügte sie hinzu.

    Zuvor am Montag hatte Simonjan mitgeteilt, dass alle Konten von RT in Großbritannien unwiderruflich gesperrt sind. RIA Novosti liegt eine Kopie eines Schreibens der Bank NatWest an RT vor. Dem Direktor von RT UK, Chris Wood, zufolge, geht aus dem Schreiben hervor, dass die Bank die Kooperation mit dem Sender „im Laufe von drei Monaten“ einstellen wird.

    Auf die Frage, ob RT den Beschluss mit der Politik in Verbindung bringt, sagte Simonjan: „Natürlich. Denn es gibt keinen anderen Grund. Wir hatten auch keine Benachrichtigungen erhalten… Die Bank wollte nichts erläutern. In deren Brief heißt es, dass sie nicht darüber diskutieren will.“

    Dabei bestätigte Simonjan, dass der TV-Sender die britischen Behörden ersuchen wird, die Ursache für das Sperren der Konten zu erläutern.

    Inzwischen ist bekannt geworden, dass es die Bank NatWest gewesen war, die die Maßnahme gegen RT ergriffen hatte. „Wir haben ihre Banktransaktionen revidiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir ihnen diese Dienste nicht mehr bereitstellen werden“, hieß es laut russischen Medien in einer Mitteilung der Bank. NatWest habe auch die Bankkarten von RT eingestellt.

    Ein Brief von NatWest an London Office von RT
    © Sputnik /
    Ein Brief von NatWest an London Office von RT

    Für den britischen Politiker und Journalisten George Galloway ist offensichtlich, dass die Bank als Hauptakteur in der Angelegenheit auftritt. „Es gibt aber keinen Zweifel daran, dass deren Vertreter die Regierung Großbritanniens vor der Beschlussfassung konsultiert haben und so deren Zustimmung zu diesem harten und politisierten Schritt erhalten haben“, sagte Galloway gegenüber Sputniknews. Es handle sich um „einen ersten Abschuss vor dem neuen Angriff“.

    Zuvor war berichtet worden, dass Großbritannien sämtliche Konten des russischen TV-Senders und Nachrichtenportals RT im Land blockiert hatte.

    Im August 2015 hatte bereits die Vertretung der spanischen Bank BBVA in Großbritannien Geldtransfers aus dem Werbungsgewinn an RT eingefroren. Die Maßnahme war damals mit den persönlichen Sanktionen der EU gegen den Generaldirektor von „Rossiya Segodnya“, Dmitri Kisseljow, erklärt worden. Simonjan erklärte daraufhin, dass Kisseljow mit RT gar nichts zu tun habe, dass fälschlicherweise der Name „Rossiya Segodnya“ als „Russia Today" ins Englische übersetzt wurde.

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    Tags:
    Konto, Banken, Sanktionen, RT, Margarita Simonjan, Großbritannien, USA, Russland