13:18 20 Oktober 2020
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    Das ukrainische Infrastrukturministerium hat einheimische Flughäfen verpflichtet, auf die Verwendung der russischen Sprache zu verzichten. Das teilte der Pressedienst der Behörde am Montag mit.

    Ihm zufolge sollen Informationen auf Anzeigetafeln und Schildern sowie per Lautsprecher nur auf Ukrainisch oder Englisch angegeben werden.

    „Es soll keine russische Sprache geben. Das ist nicht nur eine Frage der Verwendung der Staatssprache, sondern auch der Selbstachtung. Auch die Mitarbeiter der Flughäfen sollen mit Passagieren Ukrainisch oder Englisch sprechen“, wird Infrastrukturminister Wladimir Omeljan auf der Webseite der Behörde zitiert.

    Omeljan zufolge sollen laut dem Gesetz über Dekommunisierung Betriebe und Behörden, die eine „Spur der Sowjetisierung“ aufweisen, umbenannt werden. Dies betreffe vor allem die Staatsverwaltung des Eisenbahnverkehrs der Ukraine — „Ukrsalisnizy“.

    „Wenn ein Flughafen einen Terminal oder ein Café mit sowjetischen Namen hat, soll er dies spätestens zum 1. Dezember ändern. Das ist eine prinzipielle Frage“, so der Minister. Das Infrastrukturministerium plane unter anderem die Umschrift ukrainischer Bezeichnungen ins Englische.

    Noch bis Ende 2016 sollen auch an ukrainischen Bahnhöfen sämtliche Informationstafeln und Aushänge in russischer Sprache verschwinden. Demnach sollen bis Ende Dezember alle Fahrkarten, Stationsnamen und Anzeigetafeln nur noch Ukrainisch und Englisch beschriftet sein.

    Im Mai 2015 war in der Ukraine ein Gesetz in Kraft getreten, das das kommunistische und das NS-Regime verurteilt und die Propaganda sowjetischer Symbole verbietet. Laut diesem Entkommunisierungs-Gesetz sollen die Städte und Straßen der Ukraine, die die Namen sowjetischer Staatsfunktionäre tragen, umbenannt werden.

    Das Ukrainische Institut für nationales Gedenken hatte eine Liste mit den Namen von 520 historischen Persönlichkeiten veröffentlicht, deren Aktivitäten unter die Dekommunisierung fallen und deren Namen aus diesem Grund aus geographischen Bezeichnungen verschwinden sollen. Diese Anordnung stößt sogar im Westen des Landes auf Widerstand bei der Bevölkerung. Die Kampagne gegen das sowjetische Erbe war in der Ukraine nach dem Machtwechsel vom Februar 2014 eingeleitet worden. Bis November 2016 sollen landesweit mehr als 900 Ortschaften umbenannt werden.

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    Tags:
    Umbenennung, Russisch, Entkommunisierungs-Gesetz, Ukrsalisnizy, Wladimir Omeljan, Ukraine, Russland