11:47 18 November 2019
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    Flüchtlinge aus Mossul und Hawija im irakischen Camp Daquq

    „Dann ist Deutschland Ziel Nummer eins“ – Was Mossul für Europa bedeuten kann

    © REUTERS / Ako Rasheed
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    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
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    Der EU-Sicherheitskommissar Julian King und der Terrorexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg, warnen Medienberichten zufolge vor den Folgen der Großoffensive auf die nordirakische Stadt Mossul für die Sicherheit in Europa.

    „Die Rückeroberung der nordirakischen IS-Hochburg Mossul kann dazu führen, dass gewaltbereite IS-Kämpfer nach Europa zurückkommen. Das ist eine sehr ernste Bedrohung, auf die wir vorbereitet sein müssen“, sagte King gegenüber der „Welt“. Zwar sei ein „Massenexodus von IS-Kämpfern nach Europa“ eher unwahrscheinlich, wie das Beispiel Afghanistan zeige, doch stelle selbst eine kleine Anzahl eine ernste Bedrohung dar.

    Für den Terrorexperten Steinberg ist ein Sieg der Anti-IS-Koalition in Mossul zwar wünschenswert, aber mit Konsequenzen für den Westen verbunden. Er weist auf die Gefahren für die dortige Zivilbevölkerung durch die „wachsende Rolle von schiitischen Milizen unter iranischem Kommando“ hin.

    „Viele Bewohner befürchten eine Art schiitisch-iranische Besatzung der Stadt. Das wäre eine Garantie für fortwährende Gewalt. Es liegt an der irakischen Regierung, dies zu verhindern, indem sie Sunniten an der Macht in Mossul beteiligt“, so Steinberg gegenüber der „Berliner Zeitung“.

    Im Übrigen werde der Kampf gegen den IS dafür sorgen, „dass die Zahl der Flüchtlinge weiter anschwillt“. Im Irak gebe es nun die Hoffnung, dass die Regierung klug agiere und darauf achte, dass die Konflikte um Mossul nicht so gewalttätig ausgetragen werden, wie es zu befürchten sei.

    Insgesamt sei das jedoch „eine sehr schwache Hoffnung. Alle Zeichen im Irak deuten auf Sturm. Das bedeutet, dass die Zivilbevölkerung leiden wird und viele die Entscheidung treffen werden, zu gehen. Und dann ist Deutschland nach der Türkei Ziel Nummer eins.“

    Iraks zweitgrößte Stadt Mossul steht seit 2014 unter Kontrolle der IS-Terroristen. Am 17. Oktober begann die Regierungsarmee gemeinsam mit kurdischen Peschmerga-Einheiten eine Operation zur Befreiung der Stadt. Auch die US-Luftwaffe unterstützt die Offensive.

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    Themen:
    Terrorgefahr in Europa (2016) (232)
    Tags:
    Sunniten, Schiiten, Migranten, Offensive, Folgen, Terrorismus, Sicherheitsorgane, Julian King, Deutschland, Europa, Mossul, Irak