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00:20 17 Oktober 2019
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    Deutsche Polizei-Beamten

    Leiden einer Polizisten-Frau: Kein Urlaub, kaum Geld – dafür Blut in der Uniform

    © AFP 2019 / Ronny Hartmann
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    Die Ehefrau eines Berliner Polizisten beklagt sich über die Arbeitsbedingungen ihres Mannes: miese Bezahlung, selbstbezahlte Ausstattung und unmenschliche Arbeitszeiten. Dies geht aus ihrem offenen Brief hervor, den die Polizeigewerkschaft GDP ins Netz gestellt hat.

    „Mein Mann arbeitet durch das aktuelle Arbeitszeitenmodell und die Unterbesetzung pausenlos durch. Unser fragwürdiger Rekord liegt bei sieben Wochen am Stück, ohne auch nur einen freien Tag! Zudem sind es durchweg zehn und zwölf Stunden Schichten, Überstunden nicht mitgerechnet. Ist ein freier Tag möglich, passiert es immer häufiger, dass doch ein Dienst übernommen werden muss“, schreibt die verzweifelte Ehefrau.

    Das Ehepaar hat zudem ein kleines Kind, das schon jetzt traurig sei: „Nie ist Papa da“. Auch immer wieder auftretende Verletzungen seines Vaters seien eine enorme psychische Belastung für den Kleinen, meinte die Frau weiter, die sich selbst mittlerweile als „quasi alleinerziehend“ versteht.

    „Ich habe Reste von Toten aus der Uniform gewaschen, ich habe das Blut meines Mannes aus der Uniform gerieben.“

    „Und dennoch steht mein Mann jeden Tag wieder in der Wache, macht jeden Tag einen guten Job, auch wenn oft keine Zeit für Erholungsphasen bleibt“, stellt die Frau mit Erbitterung fest.

    Hinzu kommt, dass der Mann trotz all der Belastungen und Überstunden auch noch weniger als seine Frau verdient, die eine „75-Prozent-Stelle bei einem kleinen, gemeinnützigen Verein“ hat.

    „Von all dem Geld, das wir investieren mussten, um durch Zukäufe oder Ersatz der dienstlich gelieferten Grundausstattung wirkliche Sicherheit zu gewährleisten, fahren andere Familien in den Jahresurlaub“, beklagt die Frau.

    „Wütend und traurig“ sei sie angesichts dieser Zustände. Von Polizeipräsident Klaus Kandt fordert sie, dass er seiner Fürsorgepflicht nachkommt. Denn trotz aller Widrigkeiten sehe ihr Mann seinen Beruf noch immer als Berufung. „Er wählte ihn, nicht weil er einen Staat beschützen will, sondern die Menschen. Er will helfen, beistehen, retten und für Gerechtigkeit sorgen.“

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    Tags:
    Briefe, Polizei, Berlin, Deutschland