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    Boko Haram: Warum gekidnappte Schulmädchen nicht nach Hause wollen

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    Mehr als 100 von der islamistischen Terrorgruppierung Boko Haram aus dem nigerianischen Chibok entführte Schulmädchen wollen nicht heimkehren und bleiben bei den Extremisten, wie die Agentur Associated Press mitteilt.

    Laut dem örtlichen Gemeindeführer Pogu Bitrus hatten sich einige Mädchen während ihres Aufenthalts in dem Extremistenlager radikalisiert. Oder aber sie schämten sich, nach Hause zurückzukehren, weil sie Extremisten heiraten mussten und Babys von ihnen bekommen hatten.

    Laut Bitrus müsste die Regierung nun die in der vorigen Woche befreiten 21 Chibok-Mädchen ins Ausland schicken, wo sie ihre Ausbildung ruhig abschließen und Anfeindungen vonseiten ihrer Mitbürger vermeiden können.

    In der kleinen christlichen Enklave im Norden Nigerias, wo sich die Mehrheit der Bevölkerung zum Islam bekennt, bestehe die Gefahr, dass die Mädchen möglicherweise gemobbt oder angegriffen würden. Sie gehörten nämlich zur protestantischen „Kirche der Brüder“, deren Hauptsitz sich im US-Bundesstaat Illinois befindet.

    Boko-Haram-Kämpfer hatten am Abend des 14. April 2014 insgesamt 276 Mädchen aus einem staatlichen Internat in Chibok im Nordosten Nigerias entführt. Einigen Dutzend Mädchen gelang wenige Stunden später die Flucht, etwa 200 werden weiter vermisst.

    Die Gruppierung „Boko Haram“ (was etwa „Westliche Bildung ist Sünde“ bedeutet) besteht seit 2002 und agiert hauptsächlich in Nigeria. Ihre Anhänger wollen die Scharia im Land und den Kampf gegen den westlichen Einfluss. Anfang März 2015 sollen der Anführer Abubakar Shekau und seine Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS, auch Daesh) die Treue geschworen haben.

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    Tags:
    Entführung, Boko Haram, Terrormiliz Daesh, Associated Press, Pogu Bitrus, Abubakar Shekau, USA, Nigeria