00:02 12 Juli 2020
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    Russland hat beschlossen, die humanitäre Pause im syrischen Aleppo um 24 Stunden zu verlängern, wie der russische Verteidigungsminister Sergei Schoigu am Donnerstag mitteilte.

    „Im Auftrag des Oberbefehlshabers der Streitkräfte der Russischen Föderation, Wladimir Putin, wurde die Entscheidung getroffen, die humanitäre Pause um 24 Stunden zu verlängern. Die Verlängerung der Feuerpause in Aleppo wurde von der Regierung der Arabischen Republik Syrien unterstützt“, erläuterte Schoigu.

    Am Vormittag hat der für humanitäre Fragen zuständige Berater des UN-Sonderbeauftragten Steffan de Mistura, Jan Egeland, gesagt, dass Russland die elfstündige Feuerpause in Aleppo um weitere vier Tage verlängern werde. Dies sei jedoch ungenügend, um die Kämpfer dazu zu bewegen, ein Abkommen zu treffen und das Kampfgebiet zu verlassen.

    De Mistura hat die Entscheidung begrüßt, die es ermöglichen soll, eine medizinische Evakuierung durchzuführen, aber die Vereinbarungen über eine Waffenruhe lassen vermuten, dass die Kämpfer der terroristischen Organisation Ahrar al-Scham sich dazu entschließen, die Stadt zu verlassen. Die syrische Regierung soll ihrerseits garantieren, dass die Kontrolle über das Gebiet in den Händen der örtlichen Rebellen bleibt.

    Laut Egeland gibt es Hoffnung, dass Hunderte Kranke und Verletzte am Freitag aus Aleppo evakuiert und nach ihrem Wunsch entweder in den von Regierungstruppen kontrollierten Teil Aleppos oder nach Idlib gebracht werden, welches unter Kontrolle der Opposition ist.

    Dabei fügte Egeland hinzu, die UN wolle eine Verlängerung der Feuerpause bis Montag vorschlagen. Außerdem tue die UN alles in ihrer Macht Stehende, um eine Erlaubnis für Lebensmittellieferungen in besetzte Gebiete von der syrischen Regierung zu erhalten. Bislang gebe es aber keine Vereinbarungen darüber.

    Um 08:00 Uhr Ortszeit hat im syrischen Aleppo die Feuerpause begonnen. Zuvor hatte das syrische Außenministerium mitgeteilt, dass Damaskus seine Truppen am Mittwoch von den Evakuierungswegen aus den östlichen Wohnvierteln abgezogen habe.

    Zuvor hatte Russland für den 20. Oktober in Aleppo zunächst eine achtstündige humanitäre Pause angekündigt, die später um mindestens drei Stunden verlängert wurde. Diese habe das Ziel, es sowohl Zivilisten als auch Kämpfern zu ermöglichen, die Stadt sicher zu verlassen. Dafür wurden sechs humanitäre Korridore für Zivillisten sowie zwei weitere für Kämpfer eingerichtet.

    Russische und syrische Luftstreitkräfte hatten bereits am Dienstag ihre Angriffe auf die Stellungen der Terroristen eingestellt, um die umkämpfte Stadt auf die großangelegte Feuerpause vorzubereiten.

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    Tags:
    humanitäre Pause, Sergej Schoigu, Wladimir Putin, Aleppo, Syrien