19:01 30 September 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Die Geschichte des Ehepaares Lange aus Bonn hat bundesweit für Empörung und Mitleid gesorgt. Die Eheleute mussten wegen Mietschulden ihre Wohnung verlassen. Seitdem hat die Stadt sie in einem Flüchtlingsheim untergebracht.

    Normalerweise stellt die Stadt Bonn für solche Fälle Notunterkünfte zur Verfügung. „Diese sind im Augenblick alle gefüllt – zum Teil auch mit Flüchtlingen“, sagt Dr. Monika Hörig, die Pressesprecherin der Stadt Bonn. Das sei immer noch der Situation geschuldet, dass die Stadt viele Flüchtlinge unterbringen müsse und mit dem Bauen von Containeranlagen nicht nachkomme. „Darum blieb uns nur, dem Ehepaar anzubieten, in eine Notunterkunft für Flüchtlinge einzuziehen“, erklärt die Stadtvertreterin.

    Allerdings stellt sie klar, dass die Langes einen Raum hätten, den man abschließen könne. Der Standard sei der gleiche wie in einer normalen Notunterkunft. „Im ersten Schritt ging es um die Vermeidung von Obdachlosigkeit“, stellt Dr. Hörig fest und erklärt weiter: „In Ausnahmefällen findet so etwas im Moment statt.“

    Sputnik fragt, ob die Langes also kein Einzelfall seien. „Nein“, gesteht die Sprecherin, „aber wir reden wahrscheinlich über keine fünf Fälle.“ Wie lange die Langes in der Flüchtlingsunterkunft blieben, hänge auch von ihnen selber ab: „Bis sie hoffentlich bald eine Wohnung gefunden haben, dabei können sie die Unterstützung des Amtes für Bauen und Wohnen in Anspruch nehmen. Aber sie sind verpflichtet, selber aktiv zu werden“, sagt die Vertreterin der Stadt. Eine Prognose könne sie nicht abgeben.

    Generell bestehe in Bonn ein Mangel an geförderten Wohnungen – wie in anderen Städten in Deutschland auch. Wie lange dieser Mangel anhalte, kann Frau Dr. Hörig nicht sagen. Zudem gebe es Prioritäten, nach denen Sozialwohnungen vergeben werden: „Und da gibt es auch andere Kriterien wie Kinder, wo man als allein stehendes Ehepaar nicht auf die Spitze der Liste kommt.“

    Trotzdem seien die fünf Fälle in Bonn, die absolute Ausnahme. Dann fragt sie: „Wo ist denn das Problem? In einem Mietshaus kommen die Nachbarn ja möglicherweise auch aus allen Herren Ländern.“ 

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Migranten, Monika Hörig, Bonn