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    Lebensgefährliche EU-Sanktionen: Krebskranke Kinder in Aleppo haben keine Medikamente

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    Wegen der EU- und US-Sanktionen gilt der Export von Anti-Krebs-Medikamenten sowie anderer notwendiger Arzneimittel und medizinischer Geräte nach Syrien als eine Straftat. Deswegen sind 30 von 200 krebskranken Kindern in Aleppo bereits verstorben, wie die Chefin von Cancer Care Syria, Muzna al-Ulabi, dem RT-Korrespondenten Murad Gadsijew mitteilte.

    Nur neun krebskranke Kinder sollen in Aleppo ihre Krankheit besiegt haben, während die anderen weiterhin in Lebensgefahr schweben.

    „Fast an allen Todesfällen sind die europäischen Sanktionen Schuld. Wir wenden uns an die Europäische Union und humanitäre Organisationen mit der Bitte, diese Sanktionen abzuschaffen und es zu erlauben, Anti-Krebs-Medikamente nach Syrien zu liefern. Hier leiden Kinder“, sagte Muzna al-Ulabi.

    Doch ignoriere Europa bereits seit über vier Jahren all diese Bitten, infolgedessen die Opferzahl unter den unschuldigen Kindern steige. Der Korrespondent des Fernsehsenders „Russia Today“ konnte sich kurz mit der dreijährigen krebskranken Patientin Waffa unterhalten. Sie litt an heilbarem Augenkrebs. Doch konnte sie die für sie notwendigen Medikamente wegen der EU-Sanktionen nicht bekommen. Die einzige Klinik für Onkologie in Aleppo „Al-Kindi“ sei von den Oppositionskämpfern ergriffen und später während der Kampfhandlungen zerstört worden.

    Dem Mädchen wurde das Auge herausoperiert. Sie ist inzwischen gesund, während andere Kinder noch immer auf eine medizinische Behandlung warten müssen, so der RT-Korrespondent. Etwa ein Jahr lang musste Waffa jedoch mit einer leeren Augenhöhle leben, bis die Organisation „Cancer Care Syria“ die notwendigen Finanzmittel sammelte, um ihr eine Augenprothese  zu verschaffen.

    „Als der Krieg ausbrach, träumten wir davon, eine spezialisierte Klinik für krebskranke Kinder zu eröffnen. Doch jetzt haben wir kein Geld dafür. Wir können selbst nicht mal 6.000 Dollar im Monat für Medikamente sammeln“, so die Leiterin der Organisation.

    Diese bescheidene Summe sei für „Cancer Care Syria“ notwendig, um Hunderte kranke Kinder in Aleppo medizinisch zu behandeln. Doch jeden Monat würden die Vertreter der Organisation bei der Geldsuche auf zahlreiche Schwierigkeiten stoßen. Außerdem seien sie gezwungen, die lebensnotwendigen Anti-Krebs-Medikamente im Libanon zu kaufen und diese illegal nach Syrien zu bringen.

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    Lebensgefahr, Finanzierung, Operation, Krebs, Medikamente, Krankheit, Kinder, Aleppo