00:08 23 April 2018
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    „Arme Alte“ – Regierungsbericht sieht schwarz für künftige Rentner

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    Die Bundesregierung warnt in ihrem neuen „Alterssicherungsbericht 2016“ vor drohender Altersarmut, wie die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt. Viele Bürger würden demnach im Ruhestand nicht ausreichend finanziell abgesichert, sollten sie sich nicht privat mehr um ihre Altersvorsorge kümmern.

    Das Versorgungsniveau künftiger Rentner in Deutschland werde „ohne zusätzliche Altersvorsorge in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen“, so die Bundesregierung in ihrer Analyse.

    „Ein erhebliches Risiko" bestehe in erster Linie für Geringverdiener. „Wird in diesem Einkommensbereich nicht zusätzlich für das Alter vorgesorgt, steigt das Risiko der Bedürftigkeit im Alter stark an", zitiert die Zeitung aus dem Bericht.

    Die Renten würden im kommenden Jahr, so die Oldenburger „Nordwest-Zeitung“, deutlich geringer erhöht als im laufenden Jahr. „Nach derzeitiger Datenlage ergibt sich eine Erhöhung der Renten ab Juli 2017 um 2,3 Prozent (West) und 2,58 Prozent (Ost)", zitiert das Blatt aus dem Haushaltsplan der Deutschen Rentenversicherung Bund. Am Mittwoch soll das Bundeskabinett endgültig über diese Zahlen entscheiden. 2016 waren die Renten zum 1. Juli um 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten gestiegen. Das ist die stärkste Erhöhung seit den letzten 20 Jahren.

    Angesichts der Alterung der Gesellschaft halten die Parteien jedoch eine Rentenreform für nötig. Die Führungen der Union wollen am Freitag darüber beraten. Gegen die Forderung der CSU, die Mütterrente auszuweiten und für Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, um einen Rentenpunkt erhöhen und somit anderen Frauen gleichstellen, gibt es in der CDU Widerstand. Nach Berechnungen des Arbeitsministeriums würde diese Maßnahmen circa 6,5 bis 7 Milliarden Euro im Jahr kosten.

    Die Gewerkschaften verlangen laut der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“ derweil einen grundlegenden Kurswechsel. „Wir sollten die Riester-Rente auslaufen lassen und die betriebliche Altersversorgung stärken", wird DGB-Chef Reiner Hoffmann von dem Blatt zitiert. Es sei „ein gewaltiger sozialer Konfliktstoff, wenn die Menschen den Eindruck haben, immer mehr in die Rente einzuzahlen, aber immer weniger rauszubekommen.“

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    Tags:
    Reform, Gesellschaft, Armut, Rente, Bundesregierung, CDU, CSU, Deutschland